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"Mit dem international ausgeschriebenen Bernstein Preis schaffen wir für hervorragende junge Wissenschaftler die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche Karriere und gewinnen sie gleichzeitig für den Standort Deutschland", sagte am Mittwoch Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), in Frankfurt.
Hier überreichte Rachel im Rahmen der "Bernstein Konferenz 2009" den mit 1,25 Millionen Euro dotierte Preis des BMBF an Dr. Jan Gläscher. Die Konferenz ist die Jahrestagung des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience. Mit dem international ausgeschriebenen Preis zeichnet das Ministerium jährlich exzellente Nachwuchswissenschaftler auf diesem Gebiet aus.
Wie treffen wir Entscheidungen? Durch verschiedene neurowissenschaftliche Untersuchungen ist in Grundzügen bekannt, wie und wo im Gehirn alternative Möglichkeiten abgewogen und verglichen werden. Allerdings spielen bei der Entscheidungsfindung viele Faktoren eine Rolle, die in bisherigen Modellen noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Diese Faktoren möchte Jan Gläscher mit dem Preisgeld erforschen. Gläscher, derzeit Wissenschaftler am California Institute of Technology wird mit der BMBF-Förderung nach Deutschland zurückkehren und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eine selbstständige Arbeitsgruppe aufbauen.
"Ein besseres Verständnis der Entscheidungsfindung wird auf lange Sicht zu besseren Therapien bei psychiatrischen Erkrankungen beitragen. Deshalb ist die Forschung hier so wichtig", sagte Rachel. Denn bei Depression oder Zwangsstörungen ist das Entscheidungsverhalten beeinträchtigt. "Wenn man genauer weiß, wie Bewertungsprozesse beeinflusst werden können, kann das zu gezielteren Therapien führen", ergänzte Gläscher.
Der Preis ist Teil des "Nationalen Bernstein Netzwerks für Computational Neuroscience", das im Jahre 2004 vom BMBF ins Leben gerufen wurde. Das Netzwerk wurde durch eine Reihe von aufeinander aufbauenden und sich ergänzenden Maßnahmen errichtet und besteht derzeit aus den Bernstein Zentren, den Bernstein Fokusse, Bernstein Gruppen und Bernstein Kollaborationen. Diese im internationalen Vergleich einzigartige Förderstruktur wird vom BMBF derzeit mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 100 Millionen Euro unterstützt.
"Mit meinem Forschungsansatz, einer Kombination aus funktioneller Magnetresonanz-Tomographie und computergestützten Methoden, bin ich im Bernstein Netzwerk optimal aufgehoben", so Gläscher. Der Wissenschaftler hat an den Universitäten Gießen und Mannheim Psychologie studiert und anschließend in den kognitiven Neurowissenschaften bei Prof. Dr. Christian Büchel und Prof. Dr. Bernd Dahme an der Universität Hamburg promoviert. Seit 2006 arbeitet er am California Institute of Technology.
Kontaktinformation:
Dr. Jan Gläscher, California Institute of Technology, Div. of Humanities and Social Sciences, Email: glascher@hss.caltech.edu
Quelle: BMBF Newsletter
Weitere Informationen: www.nncn.de/
www.bmbf.de/de/3063.php
www.bmbf.de/press/
Weitere Berichte zu: Bernstein > Bildung und Forschung > BMBF > Computational Neuroscience > Depression > Entscheidungsfindung > Entscheidungsverhalten > information technology > Magnetresonanz-Tomographie > Zwangsstörungen
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