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Jugendliche allgemein, speziell aber Schüler der Klassen 7 bis 10 für Umwelt- und Artenschutz wieder stärker zu begeistern - das ist das Ziel des Projekts "Zoowiso" (Zoowissen online) des Instituts für Geoinformatik der Universität Osnabrück und des Zoos Osnabrück.
Mit rund 100.000 Euro unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verknüpft das Projekt Geoinformatik mit Tierinformationen und erstellt für Schüler und Zoofans einen virtuellen Zoo auf der Internetseite www.zoowiso-os.de. Zugleich fördert beim Besuch im Zoo ein digitales Zoobuch für PDA (persönlicher digitaler Assistent, handlicher Computer) mit individuellen Zoorallyes das selbstständige Arbeiten in Teams und die Medienkompetenz. Neben Schülern können auch alle anderen Besucher mithilfe des kleinen Computers den Zoo entweder auf eigene Faust entdecken und Tierinformationen abrufen oder Karten mit angebotenen Themenrouten nutzen.
Zoo ist doch "uncool" - finden viele Jugendliche. "Das ist schade, denn Zoos bieten neben Tierbeobachtungen auch Projekte rund um Artenschutz, Umweltbildung oder nachhaltige Entwicklung: Ein attraktiver außerschulischer Lernort - doch oft wird der Zoobesuch zum reinen Freizeitevent. Inhalte zu vermitteln, ist gerade bei älteren Schülern aufgrund des geringen Interesses schwierig", so Lisa Simon vom Zoo. "Wir haben deswegen überlegt, wie wir die Möglichkeiten der Geoinformatik nutzen können, um Umweltwissen mit neuen Medien zu vermitteln, wobei dem Einsatz mobiler Endgeräte eine besondere Rolle zukommt", erklärt Prof. Ulrich Michel, Leiter des Zoowiso. Denn neue Medien seien ein "Muss" im Alltag der Jugendlichen.
Dabei herausgekommen sind eine Internetseite mit vielen Extras sowie ein digitales Zoobuch für mobile Endgeräte wie PDA oder moderne Handys. "Mithilfe von Computer, Handy und PDA erhält der Zoobesuch eine neue Dimension. Jugendliche und Technikbegeisterte werden motiviert, mehr über die Tierwelt und ihre Bedrohung herauszufinden", erklärt Dr. Fritz Brickwedde, DBU-Generalsekretär. Das neue Angebot soll nicht nur Kerncurricula in der Biologie wie Artenkunde abdecken, sondern auch Themen wie Biodiversität oder Artenschutz unter Einsatz neuer Medien einbeziehen. Auch die räumliche Orientierung der Schüler, der Kenntnisgewinn von geographisch relevanten Informationsquellen und das Erarbeiten von Handlungsanweisungen werden gefördert. Und Lisa Simon ergänzt, eine Lehrerfortbildung zu Zoowiso und eine Unterrichtseinheit bei "Schulen im Netz" seien auch geplant.
Auf der Internetseite www.zoowiso-os.de können Schüler auf einem Luftbild vor dem Besuch bereits Tierstandorte, Wege oder Service-Einrichtungen finden und das Internet als Recherchequelle kennenlernen. "Klassen können zu einzelnen Tierarten recherchieren, das Thema Artenschutz besprechen oder alle Aasfresser, die in der Savanne leben, heraus suchen", erklärt Christian Plass vom Institut für Geoinformatik der Universität Osnabrück und zuständig für die Programmierung. Die über 200 Tierarten sind mit Bildern, virtuellen Schautafeln und Artenschutzinformationen aufgeführt. Zoomitarbeiter haben alle Informationen zu den Tieren eingestellt und aktualisieren sie ständig. Weitere Angebote sind GPS-Tracks zu verschiedenen Themenrouten, freie Geodaten aller Tierstandorte zum Herunterladen und mit der Tierdatenbank verknüpfte 360-Grad-Panoramen, die wie alle Tierfotos von Fotodesign-Student Stephan Schute erstellt wurden.
Im Zoo selbst kommt das digitale Zoobuch für mobile Endgeräte wie PDA zum Einsatz. Damit hält man in einer Hand alle Informationen über die Zootiere. Die verschiedenen Tiere können mit einem Computerstift per "Tipp" entweder alphabetisch oder nach Klassen sortiert aufgerufen werden. Schulklassen stehen zehn PDA zur Verfügung, auf denen das digitale Zoobuch mit kleinen Extras wie Hörgeschichten bereits installiert ist. Unter Anleitung eines Zoopädagogen kommt der PDA dann zum Einsatz: "Wir haben Rallyes mit verschiedenen Themenschwerpunkten erarbeitet. Doch wer meint, man könne sich auf eine Bank setzen und alle Fragen mit dem PDA lösen, ist auf dem Holzweg. Denn Tierbeobachtungen und das Lesen der Gehegeschilder sind auch gefragt", erklärt Lisa Simon. Am Besten können die Schüler dabei in Dreiergruppen arbeiten: "Einer bedient den PDA, einer füllt den Rallye-Fragebogen aus und der Dritte navigiert die Gruppe mit der Zookarte durch das Gelände. Die Jugendlichen können so die Tierwelt mit den kleinen Computern auf eigene Faust entdecken", so Lisa Simon. Erste Tests seien sehr erfolgreich gewesen. Simon: "Die Schüler zeigten sich begeistert von der Technik und versuchten mit viel Elan, alle Fragen schnellstmöglich zu beantworten."
Zum neuen Schuljahr können Lehrer das Programm "Zoobesuch mit PDA" buchen und einen Themenschwerpunkt wählen. Anmeldungen laufen über die Zoo-Zentrale, erreichbar unter der Telefonnummer 0541/951050. Zu Beginn des Zoobesuchs nimmt ein Zoopädagoge eine Einweisung in der Zooschule vor, begleitet die Gruppe während der Rallye und steht für Fragen zur Verfügung. Abschließend diskutiert der Zoopädagoge die Ergebnisse mit der Gruppe und erarbeitet mit ihnen Handlungsanweisungen. In der Testphase stehen zehn Geräte zur Verfügung.
Franz-Georg Elpers | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dbu.de/123artikel29068_106.html
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