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Mit Hilfe der ERC-Fördergelder will sie in den kommenden fünf Jahren unter anderem untersuchen, welchen Einfluss stillgelegte Transposons im menschlichen Erbgut auf die Entstehung von Krankheiten wie zum Bespiel Krebs haben. Mit Dr. Izsvák haben insgesamt neun Forscherinnen und Forscher des MDC Millionenförderungen vom ERC erhalten.
Das menschliche Erbgut besteht etwa zur Hälfte aus Transposons. Das sind mobile DNA-Abschnitte, die sich vor Jahrmillionen in das Erbgut von Organismen eingeschlichen haben. Aktive Transposons können an unterschiedliche Stellen der DNA springen und sich in das Genom ihres Wirtes einbauen und auf diese Art weiterverbreiten. Aufgrund dieser Eigenschaft werden Transposons auch „springende Gene“ genannt.
Durch Mutationen haben die meisten dieser „springenden Gene“ im menschlichen Genom aber im Laufe der Zeit ihre Mobilität verloren, nur wenige sind noch aktiv. Die stillgelegten Überbleibsel galten lange als funktionslos. Doch jüngste Studien zeigen, dass Transposons kein DNA-Abfall sind, sondern die Regulation von Genen beeinflussen können. „Das menschliche Genom ist weitaus komplexer als bislang angenommen. Transposons könnten bei vielen Vorgängen im Körper und auch bei Krankheiten der springende Punkt sein“, sagt Dr. Izsvák. „Daher ist es notwendig, die Transposons und ihren Einfluss jetzt genauer unter die Lupe zu nehmen.“
Mit der ERC-Förderung will Dr. Izsvák die Aktivität von Transposons unter Stressbedingungen erforschen, die durch Umwelteinflüsse ausgelöst werden, etwa durch Giftstoffe oder Schwermetalle, und den Zusammenhang zwischen Transposons und Krebs verstehen. Weiter will Dr. Izsvák mit ihrem Team den Einsatz künstlich hergestellter Transposons für die Gentherapie vorantreiben.
Dr. Izsvák arbeitet seit über zwanzig Jahren in der Transposon-Forschung. 1999 kam die ungarische Forscherin, die viele Jahre an der Universität von Minnesota in Minneapolis/USA und am Niederländischen Krebsforschungszentrum in Amsterdam gearbeitet hat, an das MDC nach Berlin-Buch und leitet dort seit 2004 die Forschungsgruppe „Mobile DNA“. Im selben Jahr erhielt sie für ihre Forschungen mit mobilen genetischen Elementen den mit rund einer Million Euro dotierten European Young Investigator Award (EURYI) in Stockholm.
Mit Dr. Izsvák haben insgesamt neun Forscherinnen und Forscher in Berlin-Buch die hochdotierte Förderung beim ERC eingeworben: Prof. Gary Lewin, Prof. Thomas Jentsch (Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie, FMP/MDC), Prof. Michael Gotthardt und Dr. Jan-Erik Siemens (alle 2011), Dr. James Poulet, Dr. Matthew N. Poy und Prof. Klaus Rajewsky (alle 2010) sowie Dr. Francesca Spagnoli (2009).
Kontakt:
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de
Barbara Bachtler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mdc-berlin.de/
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