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Mathematiker Perelman erhält eine Million Dollar Preisgeld zugesprochen

19.03.2010 - 19.03.2010
Das Mathematische Clay-Institut in Cambridge erkennt Perelmans Beweis der Poincaré-Vermutung und damit die Lösung des ersten Millennium-Problems an

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Wie das Clay-Institut in Cambridge, Massachusetts, USA, gestern bekannt gab, hat es den Beweis der Poincaré-Vermutung durch den russischen Mathematiker Dr. Grigori Perelman anerkannt.


Perelman habe mit seinem Beweis das erste von insgesamt sieben Millenniums-Problemen gelöst und habe Anspruch auf das Preisgeld von einer Million Dollar, hieß es in der Verlautbarung vom 18. März 2010. Das Mathematische Clay-Institut hatte im Jahr 2000 insgesamt sieben mathematische Millenniums-Probleme benannt und für deren Lösung je eine Million US-Dollar Preisgeld ausgesetzt. Bei den Millenniums-Problemen handelt es sich um sehr anspruchsvolle Probleme in der Mathematischen Grundlagenforschung, deren Lösung seit langem offen ist und von zentraler Bedeutung für die Mathematik ist.

Der Russe Perelman, der in St. Petersburg lebt, hatte bereits 2002 und 2003 in Vorabveröffentlichungen dargelegt, den Beweis der Poincaré-Vermutung führen zu können. Diese Beweisskizzen beschäftigten anschließend viele Experten weltweit. In jahrelanger Arbeit vollzogen sie Perelmans Ideen nach, formulierten seine Beweisführung aus und bestätigten den Durchbruch. Im Jahr 2006 erhielt Perelman dann auf dem Internationalen Mathematiker-Kongress in Madrid die Fields-Medaille - sie gilt als Nobelpreis für Mathematik - zugesprochen, nahm sie aber nicht an. Bevor das Clay-Institut in Cambridge ein Millenniums-Problem anerkennt, müssen weitere Überprüfungen durch Expertenrunden erfolgen und auch bestimmte Fristen eingehalten werden.

Das hat zur Folge, dass Perelman erst jetzt das Preisgeld zugesprochen bekommt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Millenniums-Problem als gelöst gilt und das Preisgeld ausgezahlt werden soll. Ob Perelman das Geld annehmen wird, ist zurzeit nicht bekannt. Clay-Institut und das Pariser Institut Henri Poincaré kündigten an, die Lösung der Poincaré-Vermutung auf einer Fachkonferenz am 8. bis 9. Juni 2010 in Paris feiern zu wollen.

Die Poincaré-Vermutung entstammt dem mathematischen Fachgebiet der Topologie, einem Teilgebiet der Geometrie. Sie bezieht sich auf dreidimensionale geschlossene Raumformen, deren einfachste die Sphäre (Oberfläche einer vierdimensionalen Kugel) ist. Alle hierauf bezogenen Vermutungen konnte Perelman beweisen - und noch mehr: Er lieferte auch den vollständigen Beweis für die Geometrisierungsvermutung und damit die Klassifikation dreidimensionaler Raumformen.

Grigori Perelman wurde 1966 in der damaligen Sowjetunion geboren. 1982 errang er auf der Internationalen Mathematik-Olympiade eine Goldmedaille mit voller Punktzahl. Er erhielt seinen Doktortitel von der staatlichen Universität St. Petersburg. Anschließend verbrachte er einige Zeit in den Vereinigten Staaten, so auch als Miller Fellow an der UC Berkeley. Seine Stelle am Steklov-Institut in St. Petersburg hat er nach Medienberichten im Frühjahr 2006 aufgegeben.

Informationen zu den Millenniums-Problemen (in engl. Sprache) finden Sie hier:
http://www.claymath.org/millennium/

Informationen zur Poincaré-Vermutung (in engl. Sprache) finden Sie hier:
http://www.claymath.org/millennium/Poincare_Conjecture/

Die Pressemitteilung des Clay-Instituts vom 18.03.2010 (in engl. Sprache) finden Sie hier:
http://www.claymath.org/poincare/

Thomas Vogt | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dmv.mathematik.de

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