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Der „Jean Delay Prize“ ist einer der höchst dotierten Preise im Fachgebiet Psychiatrie. Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Möller, Ordinarius für Psychiatrie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, wird die Auszeichnung am 24. September 2008 für seine herausragenden Leistungen in Prag beim 14. Weltkongress für Psychiatrie verliehen.
Prof. Möller ist weltweit erst der vierte Preisträger, nach Sir David Goldberg, Großbritannien (1999), Prof. Hagop Akiskal, USA (2002) und Prof. Otto Steenfeldt-Foss, Norwegen (2005).
Ein internationales Komitee des Weltverbandes für Psychiatrie (WPA) würdigt damit die Leistungen von Prof. Möller in der Forschung und in der klinischen Versorgung der Patienten. In der Begründung wird vor allem hervorgehoben, dass Prof. Möller stets die biologischen und die psychologischen Aspekte bei seiner Arbeit verknüpft hat. Des Weiteren hat er naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Fächer in seine erfolgreichen Bemühungen mit einbezogen hat, um wissenschaftliche Fortschritte zu erzielen, die die Patientenversorgung verbessern. Ein Grund für die hohe Reputation der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum der Universität München.
Jean Delay Prize
Jean Delay wurde 1907 in Bayonne, Frankreich, als Sohn eines Chirurgen geboren. Er studierte bereits im Alter von 14 Jahren Medizin in Paris und war ein hervorragender Student. Obwohl die Psychiatrie zu dieser Zeit noch keinen sehr hohen Stellenwert hatte, entschied er sich für diese Fachrichtung und trug in den folgenden Jahrzehnten sowohl in der Forschung wie auch in der klinischen Versorgung maßgeblich zur Entwicklung der Psychiatrie als wissenschaftlich fundiertes medizinisches Fachgebiet bei. Delay war auch bei den Nürnberger Prozessen 1945 als Experte beteiligt und begutachtete Rudolph Hess und Julius Streicher. 1950 organisierte er mit Henri Ey den ersten Psychiatrie-Weltkongress in Paris – unter anderem mit dem Ziel, nur fünf Jahre nach Kriegsende, französische und deutsche Psychiater zum wissenschaftlichen Diskurs einzuladen. Zudem begründete er mit seinen Forschungsarbeiten die moderne Psychopharmakologie und war Mitentdecker des ersten Antipsychotikums. Jean Delay starb 1987 in Paris als einer der bedeutendsten Psychiater des 20. Jahrhunderts.
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2007 an den Standorten Großhadern und Innenstadt rund 79.000 Patienten stationär, 9.300 teilstationär und 384.000 Patienten ambulant behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.700 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2007 etwa 57 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Philipp Kreßirer | Quelle: Klinikum der Universität München
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-muenchen.de
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