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Doppelten Anlass zur Freude hatte der Bochumer Nachwuchsforscher Dr. Oliver Rauprich in dieser Woche: Er gehört zu den jungen Wissenschaftlern, die am vergangenen Dienstag in die Global Young Faculty der Universitätsallianz Metropole Ruhr berufen wurden, zugleich erhielt er auf der 10-Jahres-Feier der Akademie der RUB einen Preis für ein neues Weiterbildungskonzept in der Medizinethik.
Als Mitglied der ruhrgebietsübergreifenden Global Young Faculty befasst sich Rauprich interdisziplinär mit der Entwicklung und Zukunft des Gesundheitssystems - "das verstehe ich eher als eine wissenschaftspolitische Aufgabe", so Rauprich. Als Dozent und Organisator eines weiterbildenden Seminars arbeitet er hingegen ganz konkret mit Ärzten und Pflegekräften an einer "ethisch reflektierten Entscheidungsfindung am Lebensende".
Der RUB-Medizinethiker steht damit beispielhaft für die Fülle an Möglichkeiten und Chancen, die der wissenschaftliche Nachwuchs im Ruhrgebiet hat - und zugleich für das hohe wissenschaftliche Potenzial der Region.
Therapiebegrenzung - Sterbebegleitung
Die neue Weiterbildung, die Dr. Rauprich konzipiert hat, setzt auf Reflexion: Strukturiert und unter wissenschaftlicher Anleitung gibt der Medizinethiker den Teilnehmern den nötigen Raum, sich mit den Folgen des medizinischen Fortschritts intensiv zu beschäftigen. Dabei geht es um Therapiebegrenzung, Sterbebegleitung und die viel diskutierte Patientenverfügung: Lebenserhaltung um jeden Preis? Anhand praktischer Beispiele erarbeiten die Teilnehmer - Ärzte, Pfleger und andere Berufstätige im medizinischen Bereich - Empfehlungen zur Therapiebegrenzung, die sie in ihrer Berufspraxis, zum Beispiel auf einer Intensivstation, verwenden können.
Neben Fallbesprechungen und simulierter Entscheidungsfindung stehen die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer im Mittelpunkt des Seminars. Es findet am 12. und 13. März 2010 erstmals statt. Für dieses Konzept erhielt Rauprich am vergangenen Montag einen von vier Preisen im Wettbewerb "Wissenschaftliche Weiterbildung" der Akademie der Ruhr-Universität, dotiert mit 3.000 Euro.
Spitzenforscher der Metropole Ruhr
Vom Fallbeispiel zum Ganzen: Wie kann ein gerechtes und gutes Gesundheitssystem der Zukunft - national wie länderübergreifend - aussehen? Was trägt die Forschung dazu bei? Als einer der Spitzenforscher, die in die Global Young Faculty berufen wurden, gefördert von der Stiftung Mercator, trifft der Bochumer Medizinethiker auf junge Wissenschaftler aus anderen Fächern und anderen Standorten. Gemeinsam richten sie den Blick in die Zukunft, und "Gesundheit" ist eins der zentralen Themen der Global Young Faculty. "Wir sind noch in der Findungsphase", so Rauprich, "werden uns aber wohl politisch und wissenschaftspolitisch zur Entwicklung des Gesundheitssystems äußern."
Gute Forschung, gute Gesundheit
Die fachübergreifende Arbeit in der "Ruhrgebietsfakultät" junger Leute zielt bei diesem Thema besonders auf eine gute Forschung. "So werden wir beispielsweise empfehlen, welche Prioritäten die Forschung setzen sollte", sagt Rauprich. Er ist einer von 105 Nachwuchswissenschaftlern aus den drei Ruhrgebietsuniversitäten und aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Global Young Faculty (davon die meisten - 42 - aus der RUB), die am vergangenen Dienstag ihre Gründung in Essen feierte. Mit dem Ziel, Lösungsansätze für Schlüsselfragen der Zukunft zu entwickeln, arbeiten die jungen Forscher hier ein Jahr lang in Arbeitsgruppen zusammen, koordiniert vom Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen.
Biografisches
1968 in Freilassing, Bayern, geboren, studierte Oliver Rauprich von 1989 bis 1995 Biologie in München und Chicago sowie von 1995 bis 2001 Philosophie, Logik und Wissenschaftstheorie an der LMU München, wo er 2001 in Philosophie promoviert wurde. Seit 2006 ist er Leiter der BMBF-Nachwuchsgruppe "Gerechtigkeit in der modernen Medizin" am Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin an der Ruhr-Universität-Bochum.
Weitere Informationen
Dr. Oliver Rauprich, Tel. 0234/32-28656, E-Mail: oliver.rauprich@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop
Dr. Josef König | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ruhr-uni-bochum.de/
Weitere Berichte zu: Entscheidungsfindung > Gesundheitsfragen > Global Young Faculty > Metropole > Patientenverfügung > Sterbebegleitung > Therapiebegrenzung > Weiterbildungspreis
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