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Die Auszeichnung wurde der Bremer Wissenschaftlerin im Rahmen einer Feierstunde in Essen in der Villa Hügel vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers überreicht. Das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatte sich einstimmig für die junge Professorin entschieden, die sich damit gegen 39 weitere Kandidaten durchsetzte.
In seiner Laudatio hob Professor Dr. Reimar Lüst, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Krupp-Stiftung und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Jacobs University, die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen von Katja Windt hervor. Mit ihren Arbeiten zur Selbststeuerung logistischer Prozesse habe sie grundlegende und äußerst vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Qualität ihrer Forschung spiegele sich nicht zuletzt in einer außergewöhnlich großen Zahl an Veröffentlichungen in international renommierten Publikationen wieder. Darüber hinaus verstehe sie es, trotz ihrer stark wissenschaftlichen Prägung, theoretische Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, um damit die Wettbewerbsfähigkeit von Industrieunternehmen zu sichern und auszubauen.
"Der Förderpreis ist eine einzigartige Motivation für meine weitere Arbeit", sagte Katja Windt, Bernd Rogge Professor of Global Production Logistics, anlässlich der Preisverleihung. "Durch die Auszeichnung hat sich für mich eine neue Tür geöffnet, die es mir erlaubt, meine wissenschaftlichen Pläne und Ideen auf einem großartigen Fundament weiter zu verfolgen! Ich bedanke mich sehr für das mir entgegengebrachte Vertrauen des Kuratoriums und verbinde mit dem Preis die innere Verpflichtung, dem Stiftungszweck zu dienen und in meiner Forschung den gesellschaftlichen Nutzen zu wahren."
Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte die Logistikexpertin ihre Arbeitsgruppe an der Jacobs University mit Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieuren, einem Wirtschaftsinformatiker und einem Audioprogrammierer aufgebaut, die im Mai noch durch einen Physiker ergänzt wird. "Damit sind wir so vielseitig und interdisziplinär aufgestellt, wie es das Fachgebiet erfordert", so Windt. Sowohl in grundlagen- als auch anwendungsorientierten Projekten wird sich Katja Windt in den kommenden Jahren der Optimierung von globalen Produktions- und Logistikprozessen widmen, unter anderem durch Forschung zu Entscheidungsprozessen in dynamischen Netzwerkzusammenhängen, dem Engpassmanagement sowie der Selbststeuerung und der "Sonifizierung" (dem hörbar machen) von Arbeitsabläufen. Weitere Forschungsgebiete sind die Umwelt- und Katastrophenschutzlogistik.
Einen Teil des Preisgeldes, so Windt weiter, wolle sie außerdem zum Aufbau eines modernen Intralogistik-Labors verwenden, in dem unternehmensinterne Materialflüsse erprobt und optimiert werden sollen. "Davon werden natürlich auch meine Studierenden profitieren. Dies wird ein weiterer Baustein für die noch junge Jacobs University sein, die sich mit Erfolg aufmacht, nicht nur die Forschung zu forcieren, sondern auch junge Menschen aus fast 100 Ländern zu Weltbürgern mit globalem Verantwortungsgefühl auszubilden", so die Preisträgerin. Seit Herbst 2007 bietet die Jacobs University den englischsprachigen Bachelor-Studiengang "International Logistics" zur Ausbildung international orientierter, hochqualifizierter Logistik-Führungskräfte an. Als innovatives, bundesweit einmaliges Pilotprojekt wurde der Studiengang mit den Schwerpunkten "International Logistics Engineering" und "International Logistics Management" in engster Kooperation mit der Logistik-Branche entwickelt, die sowohl an der Konzeption als auch an den Studieninhalten beratend mitwirkte.
Das Fachgebiet "Global Production Logistics" der Maschinenbauingenieurin Katja Windt (39) konzentriert sich auf die Entwicklung von Planungs- und Steuerungsmethoden für die Produktion industrieller Güter in weltweiten Netzstrukturen. Somit steht die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohmaterialbeschaffung über die Produktion bis zur Belieferung der Kunden im Fokus ihrer Forschung. Hierzu gehören nicht nur die Gestaltung von Distributionsstrukturen und Bevorratungsstrategien, sondern auch die Optimierung von Produktdesign nach logistischen Gesichtspunkten sowie die Bewertung und Integration von Technologien in logistische Prozessketten.
Dem Ruf an die Jacobs University auf die von dem Bremer Logistikunternehmer Bernd Rogge gestiftete Professur für "Global Production Logistics" folgte Katja Windt im Februar 2008. Im Herbst vergangenen Jahres wurde sie vom Deutschen Hochschulverband zur "Hochschullehrerin des Jahres 2008" ernannt. Vor ihrer Position an der Jacobs University war sie Abteilungsleiterin am Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) an der Universität Bremen, mit der sie als Teilprojektleiterin des dort angesiedelten DFG-Sonderforschungsbereich "Selbststeuerung logistischer Prozesse" weiterhin eng kooperiert.
Die gebürtige Bonnerin Windt studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik an der Leibniz-Universität Hannover und an dem renommierten Massachusetts Institute of Technology in den USA. Im Jahr 2000 promovierte sie mit Auszeichnung am Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA). Katja Windt ist Mitglied in der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die sie im Jahr 2006 als Sprecherin vertrat, und gehört außerdem der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an. Katja Windt ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.
*Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer
Der Alfried Krupp-Förderpreis gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für Nachwuchsforscher in den Natur- und Ingenieurwissenschaften an deutschen Universitäten. Er wurde 1986 ins Leben gerufen und bisher an 29 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben. Die mit einer Millionen dotierte Auszeichnung ist auf fünf Jahre angelegt und soll die Preisträger - herausragend qualifizierte Inhaber einer Erstprofessur an einer deutschen Hochschule - in die Lage versetzen, ihr Arbeitsumfeld unabhängig von öffentlichen Geldern zu verbessern und damit ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben. Bisherige Preisträger haben die Möglichkeiten, die ihnen der Förderpreis bot, hervorragend genutzt: Fünf von ihnen sind zwischenzeitlich als Direktoren an Max-Planck-Institute berufen worden. Eine Preisträgerin ist heute Präsidentin einer Technischen Universität und drei Förderpreisträger haben im weiteren Verlauf ihrer Karriere den Leibniz-Preis erhalten, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in der Bundesrepublik.
Dr. Kristin Beck | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.jacobs-university.de/
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