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Professor Dr. med. Peter Herrlich (71) vom Leibniz-Institut für Altersforschung in Jena erhält die Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold 2012 für sein Lebenswerk. Seine bahnbrechenden Arbeiten zur Entstehung und zum Wachstum von Krebszellen, zur Informationsübertragung von Zellen und ihrer Steuerungsmechanismen haben wesentlich dazu beigetragen, grundlegende molekularbiologische Mechanismen aufzuklären, die zu Krebserkrankungen führen.
Von Ernst Jung, einem Hamburger Kaufmann und Reeder, wurde 1967 die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung gegründet, die bedeutende Arbeiten auf dem Gebiet der Humanmedizin auszeichnet. Zur Unterstützung der medizinischen Forschung wird seit 1976 jährlich der Ernst-Jung-Preis vergeben; mit 300.000 Euro der höchstdotierte deutsche Medizinpreis. Seit 1990 vergibt die Stiftung auch die Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold, die an führende Forscher für ihr Lebenswerk verliehen wird.
006 kam der Ernst-Jung-Karriere-Förder-Preis für medizinische Forschung hinzu; eine mit 210.000 Euro dotierte Auszeichnung für erfolgreiche Nachwuchsmediziner, die nach mindestens zweijähriger Forschungsarbeit im Ausland nach Deutschland zurückkehren, ihre wissenschaftliche Arbeit weiter vertiefen und gleichzeitig ihre Facharztausbildung anstreben.
Am 08. Januar 2012 - dem 36. Todestag von Ernst Jung – hat die Jung-Stiftung die diesjährigen Preis- und Medaillenträger für 2012 bekanntgegeben: die Auszeichnungen gehen an Medizin-Wissenschaftler in San Francisco, Tübingen, Jena und Hamburg.
Mit der Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold 2012 ehrt die Hamburger Stiftung in diesem Jahr Herrn Prof. Dr. med. Peter Herrlich vom Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena für sein herausragendes Lebenswerk. Peter Herrlich hat mit seinen Forschungsarbeiten wesentlich dazu beigetragen, grundlegende molekularbiologische Mechanismen, die zur Entstehung von Krebserkrankungen führen, aufzuklären. Die Ernst-Jung-Medaille ist zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses darüber hinaus mit einem Stipendium in Höhe von 30.000 Euro verbunden. Prof. Herrlich hat die Möglichkeit, dafür einen geeigneten Nachwuchswissenschaftler vorzuschlagen.
Peter Herrlich wurde 1940 in München geboren. Er studierte Medizin, promovierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und habilitierte an der Freien Universität Berlin in Biochemie und Molekularbiologie. Nach Forschungsaufenthalten in Chicago, München, New York und Berlin wurde er 1977 Professor für Genetik an der Universität Karlsruhe und Direktor des Instituts für Toxikologie und Genetik am Forschungszentrum Karlsruhe. 2003 wechselte er nach Jena, wurde Professor für Molekulargenetik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Altersforschung. Prof. Herrlich initiierte die Neuausrichtung des Institutes zum ersten deutschen Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet und molekulare Mechanismen von Alterungsprozessen und altersbedingten Krankheiten untersucht.
Bei seinen langjährigen Forschungsarbeiten konzentrierte sich der Mediziner Herrlich insbesondere darauf, welche Zusammenhänge zwischen dem Altern und der Entstehung von Krebserkrankungen bestehen und welche Prozesse der Zellteilung und -wanderung sowohl beim Altern als auch bei Krebs eine wichtige Rolle spielen. Ein wichtiges Ziel bestand vor allem darin, herauszufinden, welche Gene und Proteine an der Wanderung von Krebszellen und der damit verbundenen Bildung von Metastasen im Organismus beteiligt sind, wie die Signalübertragung von Zelle zu Zelle im Einzelnen abläuft und welche Funktion verschiedene Proteine dabei übernehmen. Diese Kenntnisse tragen dazu bei, neue Medikamente zu entwickeln, um fortgeschrittene Krebsstadien besser behandeln zu können.
Für seine erfolgreichen Arbeiten zur Erforschung der Metastasierung von Tumoren wurde Prof. Dr. Peter Herrlich bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem international renommierten Antoine-Lacassagne-Preis der Ligue Nationale Contre le Cancer, Paris und dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg.
Die Verleihung der Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold 2012 an Prof. Dr. med. Peter Herrlich (Leibniz-Institut für Altersforschung, Jena) findet im Rahmen eines Festaktes am 04. Mai 2012 in Hamburg statt.
Kontakt:
Dr. Kerstin Wagner
Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656378, Fax: 03641-656335, E-Mail: koordinator@fli-leibniz.de
Hintergrundinfo
Der Jung-Preis wurde 1967 von dem Hamburger Kaufmann und Reeder Ernst Jung (1896-1976) gestiftet und wird seit 1976 jährlich für bedeutende Arbeiten auf dem Gebiet der Humanmedizin vergeben. Er ist mit 300.000 Euro einer der höchstdotierten europäischen Forschungspreise.
Seit 1990 vergibt die Stiftung auch die Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold, die an führende Forscher oder Kliniker für ihr Lebenswerk verliehen wird. Diese Medaille ist zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit einem Stipendium in Höhe von 30.000 Euro ausgestattet, das auf Vorschlag des Empfängers der Medaille vergeben wird.
2006 kam mit dem Ernst-Jung-Karriere-Förder-Preis für medizinische Forschung eine mit 210.000 Euro dotierte Auszeichnung hinzu, die ebenfalls jährlich vergeben wird und sich an erfolgreiche Nachwuchsmediziner richtet. Ausgezeichnet werden Mediziner, die nach mindestens zweijähriger Forschungsarbeit im Ausland nach Deutschland zurückkehren, vertieft wissenschaftlich arbeiten und parallel dazu ihre Facharztausbildung anstreben.
Nähere Informationen zur Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung unter http://www.jung-stiftung.de.
Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist das erste deutsche Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Über 330 Mitarbeiter aus 25 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alterungsprozessen und altersbedingten Krankheiten. Näheres unter http://www.fli-leibniz.de.
Zur Leibniz-Gemeinschaft (WGL) gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.
Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU): Näheres unter http://www.uni-jena.de
Dr. Kerstin Wagner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fli-leibniz.de/
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