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Jetzt hat die Organisation die herausragenden Forschungsarbeiten dreier Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Biochemie (MPIB) gewürdigt: Esben Lorentzen und Frank Schnorrer erhielten den EMBO Young Investigator Award, Jürg Müller wurde zum EMBO-Mitglied ernannt.
EMBO hat heute zwei Wissenschaftler des MPIB zu EMBO Young Investigators ernannt. Esben Lorentzen und Frank Schnorrer erhalten ab Januar 2012 für drei Jahre je 15.000 Euro jährlich. EMBO unterstützt die Jungwissenschaftler außerdem durch ein Mentorenprogramm, verschiedene Kurse und Symposien sowie die Möglichkeit zur intensiven Vernetzung mit anderen nationalen und internationalen Forschern. Das EMBO Young Investigator Programme wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen, um die besten europäischen Nachwuchswissenschaftler in der Molekularbiologie auszuzeichnen und zu fördern.
Ein Lieferservice für Zellhärchen
Winzige Härchen an der Zelloberfläche (Zilien) bewegen Zellen, verarbeiten Signale von Außen oder koordinieren die korrekte Anordnung der inneren Organe. Allerdings müssen sie dazu mit wichtigen Bausteinen versorgt werden. Das übernimmt ihr komplexes Transportsystem, der Intraflagelläre Transport (IFT). Störungen im IFT können zu Fehlern im Aufbau der Zilien sowie zu Krankheiten mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen führen. Mit seiner Forschungsgruppe „Strukturbiologie der Zilien“ untersucht Esben Lorentzen, wie der IFT funktioniert. Mittels Röntgenkristallographie konnte er bereits die Struktur einer Untereinheit des IFT-Apparates entschlüsseln, weitere sollen folgen. Die Ergebnisse könnten helfen, Fehlern beim Aufbau der Zilien und damit Krankheiten vorzubeugen.
Fliegende Kraftpakete
Die Taufliege Drosophila melanogaster besitzt verschiedene Arten von Muskeln und kann so vielfältige Verhaltensweisen wie Kriechen, Laufen und natürlich Fliegen ausführen. Mittels gezielter Veränderungen von Genen untersuchen Frank Schnorrer und sein Team der Forschungsgruppe „Muskeldynamik“, wie sich die Muskeln der Taufliege an der richtigen Stelle im Körper entwickeln und den korrekten Kontraktionsapparat aufbauen. In über 25.000 Flugtests konnten sie rund 2.000 Gene identifizieren, die eine Funktion in den Muskeln der Fliegen haben. Viele der gefundenen Gene benötigt der Mensch wahrscheinlich ebenfalls für eine normale Muskelfunktion. Da genetische Veränderungen oft zu degenerativen Muskelerkrankungen wie Muskeldystrophie führen, könnten die Ergebnisse auch medizinisch relevant sein.
Jürg Müller ist neues EMBO-Mitglied
Die Organisation EMBO hat kürzlich 46 Wissenschaftler aus 14 Ländern zu lebenslangen EMBO-Mitgliedern ernannt – darunter Jürg Müller vom MPIB. Damit würdigt EMBO den außerordentlichen Beitrag der Wissenschaftler zur Spitzenforschung in den Life Sciences. Die insgesamt 1.500 EMBO-Mitglieder wählen Jahr für Jahr viele talentierte Wissenschaftler aus, deren Karriere EMBO dann unterstützt, und haben so maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft der Life Sciences. Die Mitglieder von EMBO zählen zu den besten Forschern Europas und gelten als führend auf ihrem Gebiet.
Je nach Zelltyp und Entwicklungsstand wird immer nur ein bestimmter Teil des genetischen Materials einer Zelle genutzt, der Rest ist inaktiv. Mit seiner Forschungsgruppe „Chromatin-Biologie“ will Jürg Müller folgende Fragen beantworten: Was entscheidet darüber, welche Gene genutzt werden? Was ist der Mechanismus dieser Regulation? Mit genetischen, biophysikalischen und biochemischen Methoden fanden die Forscher heraus, dass Proteine der Polycomb- und Trithorax-Gruppe das genetische Material Chromatin verändern und so die Aktivität von Genen beeinflussen. Sie wollen jetzt den Mechanismus entschlüsseln, wie diese Modifikationen Gene über mehrere Zellgenerationen hinweg stilllegen oder aktivieren. Die Ergebnisse könnten auch medizinisch relevant sein, denn Fehler im Polycomb- und Trithorax-System können beim Menschen zu Krebs führen. [UD]
Kontakt
Dr. Esben Lorentzen
Strukturbiologie der Zilien
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
E-Mail: lorentze@biochem.mpg.de
http://www.biochem.mpg.de/lorentzen
Dr. Frank Schnorrer
Muskeldynamik
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
E-Mail: schnorrer@biochem.mpg.de
http://www.biochem.mpg.de/schnorrer
Dr. Jürg Müller
Chromatin-Biologie
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
E-Mail: muellerj@biochem.mpg.de
http://www.biochem.mpg.de/mueller
Anja Konschak
Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Biochemie
Am Klopferspitz 18
82152 Martinsried
Tel. +49 89 8578-2824
E-Mail: konschak@biochem.mpg.de
Anja Konschak | Quelle: Max-Planck-Institut
Weitere Informationen: www.biochem.mpg.de
Weitere Berichte zu: Drosophila melanogaster > EMBO > EMBO-Auszeichnungen > Ernst & Young > Forum Life Science > Gen FTO > IfT > Investigator > Klopferspitz > MPIB > Muskel > Spitzenforschung > Taufliege
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Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
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