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Von den 132 nominierten Projekten belegte „Digital Graffiti“ den 3. Platz. Die Forscher wurden ausgezeichnet für ihr System, das Studenten, Professoren und Angestellten der Linzer Universität ortsbezogene Informationen auf ihren Smartphones zur Verfügung stellt. In der nun angelaufenen Beta-Phase haben zunächst 200 Personen ein Handy mit der Digital-Graffiti-Software erhalten. Später können alle der 10.000 Studenten und 2.000 Mitarbeiter das System nutzen.
Digital Graffiti ist eine Technik, die Siemens Corporate Technology (CT) gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Universität Linz zur Anwendungsreife entwickelt hat. Sie nutzt die Möglichkeit, Botschaften virtuell an beliebigen Stellen für bestimmte Empfänger zu hinterlegen. W enn der Adressat den definierten Raum betritt und die auf ihn speziell zugeschnittenen Bedingungen erfüllt sind, wird für ihn das Graffito sichtbar und er bekommt die Daten über Mobilfunk oder WLAN auf sein Handy geliefert.
Das kann eine persönliche Nachricht sein, etwa in welchem Hörsaal die Vorlesung stattfindet, oder eine Information über eine Sehenswürdigkeit. Digital Graffiti kann auch mit einem Zeitstempel versehen werden, das heißt, die Nachricht ist nur zu einem bestimmten Zeitintervall wahrnehmbar und verfällt danach. Es kann auch so programmiert werden, dass allein die bloße Anwesenheit des Nutzers eine Aktion auslöst, beispielsweise eine Schranke geöffnet oder eine Tür entsperrt wird.
Das System erkennt das Handy des Nutzers an einem verschlüsselten Codesignal. Der genaue Ort des Nutzers wird dann von der bestehenden Funkinfrastruktur ermittelt: Digital Graffiti misst nämlich die Signale, die die WLAN-Stationen von den Handys empfangen. Der Standort ergibt sich aus den unterschiedlichen Signalstärken an den einzelnen Stationen. Mit dem selbstlernenden Lokalisierungssystem von Siemens lassen sich diese Positionen auf wenige Meter genau bestimmen und das wesentlich kostengünstiger als mit vergleichbaren Systemen.
Digital Graffiti wurde bereits in verschiedenen Anwendungen erprobt, unter anderem auf Flughäfen zur Information der Passagiere, bei der Rollführung und Überwachung von Flugzeugen am Boden, im Tagebergbau oder bei Wartungsaufgaben von Industrieanlagen. (RN 2010.01.7)
Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Siemens ResearchNews
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovation
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