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Der Preis ist mit 6.000,-- Euro dotiert. Während einer Festveranstaltung im Pommerschen Landesmuseum würdigte der Präsident der CESAR, Prof. Dr. Ulrich Jaehde, Universität Bonn, die wissenschaftliche Leistung der beiden Preisträger.
Die CESAR hat am 17. Juni 2011 anlässlich ihrer Jahrestagung in Greifswald Herrn Prof. Dr. Thomas Efferth und Herrn PD Dr. med. Hans Christian Reinhardt den CESAR-Preis 2011 für herausragende Arbeiten im Bereich der translationalen Forschung zur Entwicklung antitumoraler Wirkstoffe verliehen. Der Preis ist mit 6.000,-- Euro dotiert. Während einer Festveranstaltung im Pommerschen Landesmuseum würdigte der Präsident der CESAR, Prof. Dr. Ulrich Jaehde, Universität Bonn, die wissenschaftliche Leistung der beiden Preisträger.
Prof. Dr. Thomas Efferth, Professor für Pharmazeutische Biologie der Universität Mainz (Jahrgang 1960), wurde für seine Arbeiten mit dem Malariamittel Artesunat ausgezeichnet. Er und seine Arbeitsgruppe fanden heraus, dass Artesunat auch antiproliferative Aktivität aufweist und konnten diesen Effekt durch die Beeinflussung verschiedener Signalwege erklären. Dazu gehören die Hemmung der Metastasierung und der Angiogenese. Trotz der vielen Zielstrukturen und Mechanismen wird gesundes Gewebe kaum geschädigt, wie eine Metaanalyse in mehreren Tausend Malariapatienten ergab. In humanen Xenograft-Modellen zeigte sich, dass die Hemmung der Angiogenese der relevante Mechanismus in vivo ist. Im Rahmen eines compassionate use wurde Artesunat dann erstmals bei Tumorpatienten zur Behandlung zweier Melanompatienten eingesetzt. Es folgte eine erfolgreiche Pilotstudie mit 10 Zervixkarzinom-Patienten, sodass nun einige Phase I/II-Studien, u.a. beim metastasierten Mammakarzinom und beim Kolonkarzinom geplant sind. Jaehde stellte heraus, dass die CESAR mit Efferth „einen Wissenschaftler auszeichnet, der es versteht, Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik zu bringen“.
PD Dr. Hans Christian Reinhardt, Universitätsklinikum Köln (Jahrgang 1976), erhielt den CESAR-Preis für seine Arbeiten zur “Synthetischen Letalität“. Zwei Gene befinden sich in einer synthetisch letalen Interaktion, wenn der Verlust jedes einzelnen Gens von der Zelle toleriert werden kann, aber der simultane Verlust beider Gene für die Zelle letal ist. Reinhardt, der in Köln eine DFG-geförderte Emmy-Noether-Gruppe leitet, hat eine Vielzahl solcher synthetisch letaler genetischer Interaktionen identifiziert, u.a. im Zusammenhang mit den prominenten Tumorsuppressorgenen p53 und ATM. Viele seiner Beobachtungen konnte er bereits in Mausmodellen und humanen Patientenproben verifizieren. Aus seinen Untersuchungen lassen sich Therapiestrategien entwickeln, die hochspezifisch für Krebszellen sind und gesundes Gewebe schonen. Jaehde würdigte Reinhardt als „jungen Wissenschaftler, der in den letzten Jahren ein herausragendes Arbeitsgebiet in der translationalen Krebsforschung aufgebaut hat“. Im Namen der CESAR wünschte Prof. Dr. Ulrich Jaehde beiden Preisträgern auch weiterhin viel Erfolg.
CESAR: Die CESAR Central European Society for Anticancer Drug Research – EWIV ist eine europäische Vereinigung ohne Gewinnorientierung (Non-Profit Organisation). Ihr Ziel ist es, die Forschung und Entwicklung von neuen Medikamenten, Therapien und Therapiestrategien in der Onkologie zu fördern. Der CESAR gehören Wissenschaftler der Grundlagenforschung sowie der präklinischen und klinischen Onkologie aus Österreich, Deutschland und der Schweiz an.
Dr. Berta Moritz | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.cesar.or.at
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