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In unserer modernen Kommunikationsgesellschaft spielt gutes Hören und Verstehen eine zentrale Rolle. Doch rund 15 Millionen Bundesbürger hören nicht gut; etwa 12 Millionen von ihnen sind sogar Kandidaten für Hörgeräte. Angesichts dessen haben es sich die Forscher am Funktionsbereich Audiologie (Leiter: Prof. Dr. Jürgen Kießling) der Gießener Hals-Nasen-Ohren-Klinik zum Ziel gesetzt, durch ihre Forschung zur Verbesserung der Hörgeräteversorgung beizutragen. Eine Schlüsselstellung in diesem Forschungskonzept nimmt das Projekt „Modellbasierte Hörgeräte“ ein, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ab August für die Dauer von drei Jahren mit 312.000 Euro gefördert wird.
Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, wird den Zuwendungsbescheid am Donnerstag, 28. Juli 2011, um 13.30 Uhr in Gießen übergeben. Die Übergabe findet in der Forschungsabteilung des Funktionsbereichs Audiologie der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Haus 42 („Alte Chirurgie“), Eingang Rudolf-Buchheim-Straße bei Infopunkt G, Erdgeschoss, Raum 4 statt.
Das Gießener Forschungsprojekt ist Teil eines Verbundforschungsvorhabens, das die in Deutschland führenden Forschungsinstitute auf dem Sektor der Hörgeräteforschung (die HörTech gGmbH Oldenburg, die Universitäten Oldenburg, Gießen und Köln) und die Hörgerätehersteller (Siemens Audiologische Technik und Audifon) in einem Kompetenznetzwerk vereint. Der Arbeitsplan gliedert sich in die vier Teilprojekte „Periphere Kompensation“, „Binaurale Kompensation“, „Qualitätsbeurteilung“ und „Evaluation in Labor- und Feldtests“. Die Federführung des Gesamtprojekts, das insgesamt mit etwa 2,2 Millionen Euro vom BMBF gefördert wird, liegt in der Hand der Oldenburger Forscher. Der Gießener Audiologe Prof. Dr. Jürgen Kießling leitet das Teilprojekt, das sich mit der Evaluation in Labor- und Feldtests befasst.
Aufbauend auf den Arbeiten eines Vorgängerprojekts, das ebenfalls vom BMBF gefördert wurde, untersuchen die Gießener Forscher nun weitere Aspekte zur Kompensation von Verarbeitungsstörungen in der Hörschnecke und in der beidohrigen Verarbeitung, sowie modellbasierte Ansätze zur Anpassung und Akzeptanz von Hörhilfen in Labor- und Feldtests.
Ziel ist die bestmögliche Rekonstruktion der Hörfähigkeit auf neuronaler Ebene durch optimale Vorverarbeitung der Reize im geschädigten Hörsystem. Die Verwertung der Forschungsergebnisse erfolgt in verschiedenen Kategorien – von Softwareprodukten für Forschung, Entwicklung, Klinik und Praxis (Hördiagnostik und rehabilitative Audiometrie) über Komponenten für kommerzielle Hörsysteme bis hin zu Instrumenten der Marktanalyse und Marktbeeinflussung.
Termin:
Donnerstag, 28. Juli 2011, 13.30 Uhr,
Forschungsabteilung des Funktionsbereichs Audiologie der HNO-Klinik am UKGM, Haus 42 („Alte Chirurgie“), Eingang Rudolf-Buchheim-Straße bei Infopunkt G, Erdgeschoss, Raum 4
Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Kießling,
Funktionsbereich Audiologie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik
am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen
Klinikstraße 33, 35392 Gießen
Telefon: 0641 995-43790/-91
Lisa Dittrich | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-giessen.de/
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