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Dieses Vorgehen ist eine therapeutische Intervention mit "janusköpfigen Eigenschaften": Einer Kreislaufstabilisierung, die angesichts des für den septischen Schock typischen Blutdruckabfalls wünschenswert ist, steht die Verstärkung von Zell- und Organschäden durch "oxidativen Stress", d. h. durch eine erhöhte Produktion so genannter freier "Sauerstoff-Radikale" gegenüber, die in der Folge zu einer Hemmung der Zellatmung und sogar DNA-Schäden führen können.
In der Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine frühzeitige Beatmung mit reinem Sauerstoff während der ersten 24 Stunden einer bakteriellen Sepsis zum einen keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen durch eine erhöhte Radikalfreisetzung auslöste. Zum anderen war die Beatmung mit reinem Sauerstoff mit einer deutlich verbesserten Organfunktion, insbesondere von Herz und Niere verbunden, was wahrscheinlich auf die schon vor ca. 40 Jahren beschriebenen "Antibiotika-ähnlichen" Eigenschaften von reinem Sauerstoff mit daraus folgender Reduktion der Keimbelastung zurück zu führen war. Darüber hinaus verbesserte die Beatmung mit reinem Sauerstoff den zellulären Energiestoffwechsel, was sich letztendlich in einer deutlich geringeren Schädigung der Gewebestrukturen vor allem der Lunge und der Leber zeigte.
Beim septischen Kreislaufschock reagiert der Körper auf eine Infektion u. a. mit einer deutlichen Absenkung des systolischen Blutdrucks, was u. a. zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Organismus führen kann.
Das Forschungsprojekt konnte dank einer finanziellen Förderung durch die European Society of Intensive Care Medicine, das Scientific and Technological Research Council of Turkey, die Alexander von Humboldt-Stiftung, den Deutschen Akademischen Austauschdienst und ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg realisiert werden und ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit mit den Instituten für Pathologie und Humangenetik. Eine Folgestudie, welche die effektiven Eigenschaften der Beatmung mit reinem Sauerstoff auch bei Einsatz erst nach Vollentwicklung des septischen Schocks unter Beweis stellen konnte, wurde kürzlich zur Veröffentlichung angenommen.
Im Anhang finden Sie ein Foto von der Preisverleihung: (v. l.) Prof. Dr. Benedikt Pannen (Chairman of the ESA Scientific Programme Committee); Prof. Dr. Dr. Peter Radermacher (stellvertretender Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie für die Ulmer Arbeitsgruppe); Oliver Rosenthal (Head of Dräger Strategic Business Field Anaesthesiology). Quelle: Drägerwerk AG&Co.KGaA, ESA
Gerne helfen wir Ihnen bei Recherchen oder Interviewabsprachen, rufen Sie uns einfach an.
Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
Petra Schultze | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uniklinik-ulm.de
www.uniklinik-ulm.de/anaethesiologie
www.euroanesthesia.org
Weitere Berichte zu: Anaesthesiology > Anästhesiologie > Beatmung > DNA-Schäden > Draeger-Intensivpreis > ESA > Kreislaufschock > oxidativer Stress > Radikalfreisetzung > Sauerstoff > Sauerstoff-Radikale > Sauerstoffversorgung > septischer Kreislaufschock > Zellatmung
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