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Gold wird für ein einmaliges herstellerübergreifendes Bedienterminal verliehen. In den modernen Land-maschinen steckt mehr technische Raffinesse als in so manchem Sportwagen – obwohl die Preise vergleichbar sind. Acht Rechner stecken beispielsweise unter dem Blech des Rübenroders Rexor 620 der Firma Grimme aus Damme. Der Gigant der Felder wird trotz seiner 50 Tonnen Gewicht mit dem kleinen Finger und einem Joystick bewegt.
Möglich machen das spezielle Bedienelemente in den riesigen Landmaschinen, die bisher allerdings je nach Hersteller unterschiedlich sind. Damit Landwirte und Lohnunternehmer nicht mehr umdenken müssen je nachdem, ob sie einen Trecker oder einen Güllewagen fahren, haben sich sechs Landtechnikunternehmen zum Competence Centrum Isobus e.V. bei Osnabrück zusammengeschlossen und ein gemeinsames Terminal entwickelt. Es passt in alle Fahrzeuge der sechs Hersteller und vereinfacht ihre Bedienung enorm. Dieselben Symbole beispielsweise stehen jetzt überall für gleiche Funktionen. Damit der Landwirt möglichst effektiv über den Acker kreuzt, setzen die Landtechnikunternehmen längst auf Satelliten-Navigation. Ein GPS-System überwacht die Fahrt und sorgt mit Referenzstationen auf der Erde dafür, dass die Landmaschinen ihre Spuren bis auf zwei Zentimeter genau finden.
Versilberte Innovationen
Insgesamt fünf Silbermedaillen gehen an niedersächsische Landtechnikunternehmen. Prämiert wurde beispielsweise eine innovative Beleuchtungsidee. Damit der Landwirt im Führerhaus auch im Dunkeln den Überblick über seine Gestänge und Düsen behält, haben sowohl die Amazone-Gruppe als auch die Herbert Dammann GmbH ihre Landmaschinen mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Große Spritzen, die Pflanzen-schutzmittel ausbringen, arbeiten mit Breiten bis zu 40 Metern und mehr. Erst durch viele kleine techni-sche Details sind diese Dimensionen erreicht worden. Die Spritzgestänge der Landmaschinen der Amazo-ne-Gruppe aus Hasbergen beispielsweise bestehen aus einzelnen Elementen, die sich zusammenklappen lassen. Kein Gestänge wiegt zu viel. Die äußeren Elemente werden aus leichtem Aluminium gebaut. So kommt es, dass ein Mensch die Gestänge anheben kann. Damit der Landwirt lange Freude an den großen Fahrzeugen hat, sorgt ein besonderer Bolzen für eine einfache Wartung. Der Bauer muss zum Nachziehen der Verbindungen nicht etwa alle Elemente abnehmen. Er kann den Bolzen an jeder Verbindungsstelle der Elemente stramm ziehen. Möglich macht das die gegeneinander versetzte Form, die aussieht, als wären zwei Trapeze aneinander geschweißt.
Auch Abstreifer der Amazone-Gruppe aus Hasbergen sind ausgezeichnet. Sie sorgen bei großen Sämaschinen dafür, dass gezielt nur ein einzelnes Saatkorn auf den Acker fällt. Die Firma Kotte Landtechnik aus Rieste hat die Jury mit einem System überzeugt, das den Füllstand in Gülletanks misst und beim Auffüllen automatisch stoppt. Das Unternehmen Krone aus Spelle schmücken gleich zwei Medaillen. Hier wurde ein besonderes Mähwerk entwickelt, das immer gleichmäßig auf den Boden drückt, ohne dass die dazu notwendigen Federn ständig neu angepasst werden müssen. Auch ein mechanisches Konzept für Häcksler wurde versilbert. Es sorgt dafür, dass sich die Technik selbstständig an verschiedene gehäckselte Güter anpasst und weniger verstopft.
Insgesamt hat der Messeveranstalter, die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), 33 Medaillen verliehen, 5 goldene und 28 silberne. Preisträger sind Aussteller der Agritechnica, die ihre Innovationen auf der Leitmesse präsentieren; sie kommen aus aller Welt. Über 300 Neuheiten sind für die diesjährige Agritechnica vom 10. bis zum 14. November in Hannover angekündigt.
Kontakt: Eva-Maria Rexing, Tel.: 0511/760725-24, E-Mail: rexing@nds.de
Eva-Maria Rexing | Quelle: Innovatives Niedersachsen GmbH
Weitere Informationen: www.innovatives.niedersachsen.de
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