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GREGOR wird bei seiner Fertigstellung im Jahr 2010 das leistungsfähigste Sonnenteleskop der Welt sein und in bisher nicht gekannter Präzision viele physikalische Parameter der Sonne vermessen können. Effekte wie Eruptionen, Protuberanzen und Sonnenflecken sollen sich dann noch besser erklärt lassen.
An GREGOR sind aus der Leibniz-Gemeinschaft das Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg und das Astrophysikalische Institut Potsdam beteiligt.
Das Sonnenteleskop Gregor auf der Kanarischen Insel Teneriffa sah zum ersten Mal Sonnenlicht um 14:55 WEZ am 12. März 2009. Das Bild zeigt das von dem 1.0 m Hauptspiegel in seiner Brennebene erzeugte Bild der Sonne auf einer Feldblende. Damit wird zum ersten Mal der gesamte optische Weg von der Sonne beleuchtet. Dieser Moment leitet die Endphase der Integration von Teleskop und seinen Instrumenten ein, welche im Sommer 2010 abgeschlossen sein wird.
Das Teleskop GREGOR wird bei seiner Fertigstellung das leistungsfähigste Sonnenteleskop der Welt sein. Mit dem Einbau eines Hauptspiegels mit einem Meter Durchmesser hat der Probebetrieb des Teleskops auf der Kanareninsel Teneriffa begonnen. Der jetzt eingebaute Hauptspiegel ist aus Siliziumkarbid, einem Material welches durch seine gute Wärmeleitung für die Sonnenbeobachtung besonders gut geeignet ist. Noch nie ist ein so großer Spiegel aus Siliziumkarbid als Hauptspiegel für ein Sonnenteleskop verwendet worden. Während der Zeit bis zum Einbau des endgültigen Hauptspiegels mit 1.5 m Durchmesser im Frühjahr 2010 werden am Observatorium viele Tests des Teleskops, seiner Infrastruktur und der wissenschaftlichen Instrumente sowie Aktivitäten zur Vorbereitung der wissenschaftlichen Beobachtung durchgeführt.
GREGOR wird mit einer Vielzahl an wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein. Diese ermöglichen es, mit bis dahin noch nicht gekannter Präzision viele physikalische Parameter der Sonne, insbesondere ihr Magnetfeld, zu vermessen. GREGOR wird neue Informationen über die verschiedenen Schichten der Sonnenoberfläche wie Photosphäre und Chromosphäre liefern. Effekte wie Eruptionen, Protuberanzen und Sonnenflecken werden besser als bisher erklärt werden können. Vorhersagen über Ausbrüche von Materie von der Sonnenoberfläche, die Satelliten im Weltall gefährden können, aber bei großen Ausbrüchen auch auf der Erde Auswirkungen haben, sollen präziser erfolgen.
Um eine hohe Bildschärfe zu gewähren, wird GREGOR von Anfang an mit einer Adaptiven Optik ausgestattet sein. Die Adaptive Optik kompensiert die von der Erdatmosphäre erzeugten Schlieren, welche das Sonnenbild unscharf machen, und erlaubt so erst die hohe räumliche Auflösung von bis zu 50 km auf der Sonnenoberfläche.
Alle wissenschaftlichen Instrumente und die adaptive Optik werden in der Zeit des Probebetriebs eingebaut und getestet. Kontrollsystem und Datenverarbeitung werden intensiv erprobt, um die Aufnahme des wissenschaftlichen Betriebs nach der Lieferung und dem Einbau des endgültigen 1.5 m Hauptspiegels rasch zu ermöglichen.
Während des Probebetriebs werden ebenfalls Tests der für die Sonnenteleskope besonders wichtigen Kühlung durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Messungen werden auch für die Entwicklung des geplanten europäischen Sonnenteleskops EST mit 4 m Hauptspiegel verwendet.
GREGOR wird aber nicht nur die Sonne beobachten, sondern auch nachts betrieben werden. Es sollen sonnenähnliche Sterne in langen Messreihen untersucht werden, die an anderen, großen Nachtteleskopen nicht möglich sind.
Das GREGOR Teleskop wurde vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik in Freiburg, dem Astrophysikalischen Institut Potsdam, dem Institut für Astrophysik Göttingen und dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung errichtet. Es befindet sich am Observatorio del Teide des Instituto Astrofisica des Canarias (IAC) auf der Kanarischen Insel Teneriffa. Mit diesem Teleskop wird die deutsche Sonnenphysik weiterhin ihren internationalen Spitzenplatz behaupten können.
Weitere Informationen:
Dr. habil. Hubertus Woehl
Kiepenheuer-Institut fuer Sonnenphysik (KIS)
Schoeneckstr. 6
D - 79104 Freiburg
Tel.: +49-761-3198-174
e-mail: hw@kis.uni-freiburg.de
Dr. habil. Hubertus Woehl | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.kis.uni-freiburg.de/~hw
www.kis.uni-freiburg.de/index.php?id=163&L=0
Weitere Berichte zu: Astrophysik > Einbau > Eruption > Hauptspiegel > Optik > Probebetrieb > Protuberanzen > Siliziumkarbid > Sonnenfleck > Sonnenoberfläche > Sonnenphysik > Sonnenteleskop > Teleskop
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