Anzeige
Auf der Hochebene Llano de Chajnantor wird seit 2005 das Atacama Pathfinder Experiment (APEX) von der europäischen Südsternwarte (ESO) betrieben. Bereits im vergangenen Jahr nahmen IPHT-Mitarbeiter erfolgreich eine Submillimeter Strahlungssensorkamera (SABOCA) am APEX-Teleskop in Betrieb.
Seit 2000 arbeiten die Jenaer Wissenschaftler gemeinsam mit dem Max-Planck Institut für Radioastronomie (Bonn) an der Entwicklung supraleitender Detektoren. Diese erlauben Beobachtungen von Sub-Millimeterwellen (100 bis 1000 µm), welche weit in die Geschichte des Weltalls zurückblicken können.
Ausgestattet mit 37 Strahlungssensoren (Bolometern) kann die IPHT-Kamera SABOCA Wellenlängen von 350 µm, also im Bereich der Terahertzstrahlung detektieren. Dieser Tage arbeiten Kollegen von Torsten May aus der Abteilung Quantendetektion an der Inbetriebnahme einer neuen Entwicklungsstufe des Strahlungssensors. "Dieser wird eine noch schnellere Bilddetektion von entstehenden Sternen oder auch sehr detailreiche Aufnahmen von schwachen astronomischen Objekten ermöglichen.", so May.
Die verwendeten Sensoren befinden sich auf dem neuesten Stand der Technik. Durch die 2007 erst entwickelte so genannte "Spinnenetz" Technologie konnten die außerordentlich hohen Anforderungen der Teleskopbetreiber an die Empfindlichkeiten der Sensoren sogar deutlich übertroffen werden. Die Sensoren befinden sich dabei auf einer nur ein Mikrometer dicken Membran. Die auftreffende Strahlung aus dem Weltraum führt zu einem starken Temperaturanstieg der filigranen Strukturen. Dieser kann durch die angeschlossene mikroprozessorgesteuerte Elektronik ausgelesen werden. "Die Handhabung und Steuerung des Sensorfeldes wird durch die aktuelle Arbeit am APEX ebenfalls erheblich verbessert werden" berichtet Torsten May, bevor er erneut E-Mail Kontakt zu seinen Kollegen in Chile aufnimmt, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.
Seit Mai 2008 liefert SABOCA beeindruckende Bilder aus dem Universum, so z. B. vom Katzenpfotennebel (NGC 6334). Die Bilder des Emissionsnebels im Sternbild Skorpion konnten in für astrophysikalische Verhältnisse schnellen eineinhalb Stunden aufgezeichnet und somit Information über bislang verborgene Sternenentstehungsgebiete gewonnen werden. Die Wahl der Beobachtungsziele richtet sich immer nach der aktuellen Wetterlage und der Sternenkonstellation. Die jüngsten Aufnahmen dieses Monats stammen vom 1350 Lichtjahre entfernten Orionnebel.
Die Entwicklung von Hochleistungssensoren für die Radioastronomie ist nur ein Beispiel für die Entwicklung innovativer Systemkonzepte in der Optik und Photonik am IPHT. Dabei werden an Lösungen für die Detektion eines weiten Wellenspektrums von Röntgenstrahlung über den sichtbaren Bereich bis hin zur Terahertzstrahlung gearbeitet. Diese Technologien basieren auf Dünnschicht- und Mikrostrukturtechniken, die im IPHT eigenen Reinraum hergestellt werden. Dieses ermöglicht eine anwenderorientierte Systementwicklungen und maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand, vom einzelnen Sensorelement bis hin zum kompletten Mess- und Bildaufzeichnungssystem.
Ihr Ansprechpartner:
Torsten May
Abteilung Quantendetektion
Telefon +49 (0) 3641 o 206 123
Telefax +49 (0) 3641 o 206 399
torsten.may@ipht-jena.de
Susanne Liedtke | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ipht-jena.de
Weitere Berichte zu: APEX-Teleskop > Atacama Pathfinder Experiment > Atacama Wüste > Bolometer > Emissionsnebel > IPHT > Katzenpfotennebel > mikroprozessorgesteuerte Elektronik > Mikrostrukturtechniken > NGC 6334 > Photonische Technologien > Radioastronomie > SABOCA > Sensor > Spinnenetz Technologie > Spinnennetz-Sensoren > Sternenentstehungsgebiete > Submillimeter Strahlungssensorkamera > Terahertzstrahlung > Universum
Trennung von Blutzellen im Mikrofluss
24.05.2012 | Universität Augsburg
Nomads of the Galaxy
24.05.2012 | Kavli Foundation
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten