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Ein Forscherteam wird sich erstmals dem Thema Asteroidenabwehr widmen. Für das Projekt NEOShield (NEO; Near Earth Objects) wurde dazu eine internationale Kooperation gebildet. Diese wird in den kommenden dreieinhalb Jahren erforschen, wie man mit einem Armageddon in Realität umgeht.
Derzeit werden etwa 170 Asteroiden als gefährlich eingestuft. Sie werden eines Tages der Erde sehr nah kommen oder diese sogar treffen. Dass in Zukunft weitere Kollisionen folgen werden, dessen ist sich Alan Harris, Asteroidenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt http://dlr.de sicher.
Kollisionen an der Tagesordnung
13 internationale Partner aus Forschung und Industrie testen bereits vorhandene und neue Theorien, wie Einschläge von Asteroiden und Kometen verhindert werden können. "Es soll geklärt werden, welche Strategie zur Vermeidung von Kollisionen realistisch ist und was man auf wissenschaftlicher und technischer Ebene verwirklichen kann", sagt DLR-Vorstandsvorsitzender Johann-Dietrich Wörner gegenüber pressetext.
Wie es aussieht, wenn Asteroiden ihrem ursprünglichen Lauf in Richtung Erde folgen, zeigt heute noch der Barringer-Krater in Arizona mit einem Durchmesser von 1.200 Metern. "Der Krater wurde von einem Objekt mit einem Durchmesser von etwa 50 Metern verursacht", erklärt Projektleiter Alan Harris. Solche der Erde nahen Objekte gibt es viele. Tausende von ihnen wurden in den vergangenen 20 Jahren entdeckt. "Eine gefährliche Kollision mit der Erde ist dabei etwa alle paar hundert Jahre wahrscheinlich", schätzt der Asteroidenforscher.
Abhängig von der Zeit, die zwischen Entdeckung und möglichem Eintritt in die Erdatmosphäre liegt, sowie der Größe des Asteroiden könnten verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, die die Forscher im Detail untersuchen werden. Eine Methode, die das NEOShield-Konsortium näher erforschen wird, ist der Einsatz einer Raumsonde, die durch ihren Einschlag auf dem Asteroiden diesen von seiner Bahn abbringt.
Flugbahnen rechtzeitig ablenken
Wird ein Asteroid, der Kurs auf die Erde nimmt, bereits Jahre vor einer möglichen Kollision entdeckt, könnte eine andere Methode infrage kommen, die sich die Anziehungskraft einer Raumsonde zunutze macht: Lenkt man eine Raumsonde in die direkte Nähe zu einem potenziell gefährlichen NEO, könnte sich ihre Gravitation auf den Asteroiden auswirken und ihn von seiner ursprünglichen Flugbahn ablenken.
Nur wenn die Zeit drängt, kommt für Alan Harris eine alternative Methode in Betracht: "Würde man ein sehr großes gefährliches Objekt mit einem Durchmesser von einem Kilometer oder mehr entdecken, würden die beiden anderen Methoden das Problem wahrscheinlich nicht mehr lösen. Die größte Kraft, die man dann einsetzen könnte, um den Asteroiden aus seiner Bahn zu lenken, wäre eine nukleare Explosion."
Eine Lösung, die die Wissenschaftler in ihrem Projekt zwar untersuchen wollen, allerdings ohne eine konkrete Mission dafür zu planen. Wissen will man dennoch, welche Auswirkung eine Explosion in unmittelbarer Nähe eines Asteroiden oder auf seiner Oberfläche im luftleeren Weltraum hätte. Diese Möglichkeit wird aber sehr kontrovers gesehen.
Caroline Bartz | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.dlr.de
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