Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wilde Spekulationen um Mondwasser-Bildung

19.11.2009
Wasser könnte auch von der Erde übergeschwappt sein

Der soeben gelungene Nachweis von Wasser auf dem Mond stellt der Wissenschaft eine neue Denksportaufgabe. Denn nach wie vor nicht geklärt ist die Frage, wie das Wasser auf den Mond kam. Die derzeit im Umlauf befindlichen Theorien machen Vulkane, Sonnenwinde und Einschläge von Himmelskörpern verantwortlich. Manche Forscher glauben sogar, dass die Erde im Spiel sein könnte.

Raketencrash stellt weitere Rätsel

Der definitive Beweis für Wasser auf dem Mond ist noch sehr jung. Nach mehreren anderen Beweisversuchen ließ die NASA dazu im Oktober 2009 eine zwei Tonnen schwere, ausgebrannte Raketenstufe in den Mondkrater Cabeus einschlagen und analysierte durch die Raumsonde LCROSS die Rauchsäule des Aufpralls. Anthony Colaprete, der Leiter der NASA-Mondmission, spricht dabei vom Fund "nicht nur kleiner, sondern bedeutender" Wasservorkommen.

Während man über die Vorteile dieser Entdeckung diskutiert - wie etwa die Verfügbarkeit von Trinkwasser für bemannte Mondstationen - beruhen Angaben zum Ursprung des Wassers bisher bloß auf Vermutungen. Peter Schultz, LCROSS-Wissenschaftler von der Brown University, geht von drei theoretischen und einer spekulativen Möglichkeiten für die Entstehung aus. Die wahrscheinlichste sei, dass Wasser so wie bei der Erde auch bei der Bildung des Mondes von Beginn an im Spiel war. Nach einer ursprünglichen Speicherung im Mondinneren hätten es Vulkane langsam an die Oberfläche befördert, wo es dann gefroren sei.

Auch Planet Erde im Verdacht

Andere Wissenschaftler machen sich für die Theorie stark, dass durch die Sonnenwinde positiv geladene Wasserstoffionen auf den Mond getroffen seien und dort mit Hilfe Sauerstoff-hältiger Mineralien Wasser gebildet hätten (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/091015053/ ). Doch auch die Einschläge von Kometen und Asteroiden könnten Wasser geliefert haben, ähnlich wie man dies auch bei der Erde vermutet (http://pressetext.com/news/090602032/ ). Der geringe Wasseranteil, der dabei durch die Schwerkraft des Mondes zurückgeblieben sei, hätte sich an den finsteren Polen gesammelt.

Eine vierte Erklärung für das Wasser könnte schließlich die Erde selbst liefern. Sie sei ihrem Trabanten vor mehreren Mrd. Jahren weit näher gewesen und habe zudem ein höchstens sehr schwach ausgeprägtes Magnetfeld besessen. "Sonnenwinde könnten somit der Erde Wasserdampf abgeknöpft und auf den Mond verlagert haben", so Schultz. Noch spektakulärer - allerdings auch unwahrscheinlicher - sei die Möglichkeit, dass ein gigantischer Asteroiden- oder Kometeneinschlag auf der Erde Meerwasser ins All gespritzt habe. Der Mond könnte daraufhin beim Passieren der Dunstwolke befeuchtet worden sein.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.brown.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen
17.02.2017 | Universität Konstanz

nachricht Zukunftsmusik: Neues Funktionsprinzip zur Erzeugung der „Dritten Harmonischen“
17.02.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung