Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wendelstein 7-X - Montage mit zertifiziertem Qualitätsmanagement

09.03.2010
Das System des Qualitätsmanagements, das den Aufbau der Fusionsanlage Wendelstein 7-X regelt, wurde jetzt nach der DIN ISO 9001-Norm zertifiziert.

Auditoren des TÜV-Nord bestätigen damit, dass die im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) entstehende Forschungsanlage - als eine der ersten in Deutschland - nach Industrienorm aufgebaut wird.

Qualitätsmanagement, d.h. die formalisierte Organisation von Arbeitsprozessen, ist in der Industrie eine Selbstverständlichkeit, in einem Forschungsinstitut jedoch eher selten. Dennoch hatte man sich für den Aufbau der Fusionsanlage Wendelstein 7-X, die zurzeit im Greifswalder Teilinstitut des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik entsteht, frühzeitig für ein straffes Qualitätsmanagement entschieden: "Bei einer so komplexen Anlage wie Wendelstein 7-X ist eine Fertigungs- und Montageorganisation auf Zuruf nicht möglich", sagt Dr. Jost-Henrich Feist, der Leiter der Abteilung Qualitätsmanagement im IPP in Greifswald. "Mit Beginn der Aufbauarbeiten haben wir daher für das Qualitätsmanagement eine industrieähnliche Verfahrensweise entwickelt und in zwei Jahren ein System aufgebaut, das sich an gängigen Standards orientiert". Seit 1999 ist es in Kraft und wurde seither den sich wandelnden DIN ISO-Normen stetig angepasst.

Das System sorgt dafür, dass alle Arbeitsprozesse während des Aufbaus der Forschungsanlage entsprechend vorformulierter Schemata ablaufen. Am Anfang stand daher die Aufgabe, in einem Handbuch Verfahrensweisen festzulegen - beginnend mit der Richtlinie: "Wie verfasst man eine Verfahrensanweisung?". Die Anweisungen stellen sicher, dass wesentliche Prozesse auf einheitliche, für alle nachvollziehbare Weise ablaufen - vom Formulieren technischer Spezifikationen über die Auftragsvergabe, das Festlegen und Dokumentieren einzelner Montageschritte bis hin zum - besonders wichtigen - Umgang mit Planänderungen und ihrem sicheren Einfädeln in den technischen Ablauf.

Dass dieses qualitätssichernde Regelwerk erstens die Standards der aktuellen DIN ISO-Norm 9001:2008 erfüllt und zweitens im IPP auch tatsächlich gelebt und von allen Beteiligten für die eigene Arbeit verwendet wird, wurde mit der jetzt erteilten Zertifizierung bestätigt. Nach gründlicher Analyse durch Spezialisten des TÜV Nord in einem dreitägigen Audit mit allen am Aufbau beteiligten Abteilungen schlug sich das hervorragende Prüfergebnis in einer Urkunde nieder, die dem Qualitätsmanagement für Aufbau und Inbetriebnahme von Wendelstein 7-X die mit der DIN ISO-Norm 9001:2008 konforme Anwendung bescheinigt. Ausruhen auf diesen Lorbeeren kann sich das inzwischen 13-köpfige Team der Abteilung Qualitätsmanagement aber nicht: Bis zum vollendeten Aufbau von Wendelstein 7-X im Jahr 2014 sollen jährliche Audits den Bestand des Erreichten und seine Weiterentwicklung sicherstellen.

Isabella Milch | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht APEX wirft einen Blick ins Herz der Finsternis
25.05.2018 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

nachricht Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie
23.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics