Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Versuch, dunkle Materie einzufangen und das Universum zu verstehen

06.02.2009
Seit dem vergangenen Jahr ist er an der TU Dresden: Professor Kai Zuber. Und er baut auch gleich ein neues Forschungsgebiet am Fachbereich Physik der TU Dresden auf: Astroteilchenphysik. Dabei handelt es sich um ein weltweit noch sehr junges Forschungsfeld.

Zugespitzt ausgedrückt könnte man sagen, er beschäftigt sich mit dem "NICHTS". Neue Erkenntnisse aus der Astronomie besagen, dass rund 95 Prozent des Universums im Dunkeln liegen, nicht bekannt sind.

Es handelt sich bei diesen 95 Prozent um so genannte dunkle Materie, dunkle Energie. Doch obwohl diese Masse nicht sichtbar und (noch) nicht nachweisbar ist, gilt als sicher, dass sie existiert und in Form von kleinsten Teilchen im gesamten Universum, auch in und um jeden einzelnen Menschen, umherschwirrt.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass die Teilchen eine geringe oder keine Wechselwirkung untereinander haben, sich also auch nicht zu größeren Objekten zusammenschließen können und dass sie alles durchdringen können, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Selbst mit den modernsten Messgeräten können sie bisher nicht erfasst werden.

Professor Zuber vergleicht die Suche nach dieser Materie mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen - einem sehr, sehr großen Heuhaufen. Nach seinen Worten, muss die Suche unter Tage erfolgen, da in weit unter der Erdoberfläche liegenden Höhlen oder Tunneln deutlich weniger Störfaktoren vorhanden sind, mit anderen Worten: der Heuhaufen im Vergleich zur sprichwörtlichen Nadel also deutlich kleiner ist.

Und so reist Professor Zuber mehrmals im Jahr zu seinen Forschungslaboren unter Tage: Eins befindet sich 100 Kilometer östlich von Rom unter dem Gran-Sasso-Massiv in den italienischen Abruzzen, das andere ist eine Nickelmine in Kanada. Direkt vor den Toren Dresdens gibt es ein weiteres Untergrundlabor, nur kleiner und nicht so tief: den Felsenkeller. Trotzdem hat auch dieses Labor seinen Platz im Netz der Untergrundphysik. Dieses Labor befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Felsenkeller Brauerei, es ist im Berg, dort wo früher das Eis der Brauerei gelagert wurde.

Weltweit widmen sich die Astroteilchenphysiker dem Versuch, die dunkle Materie nachzuweisen. Vom 16. bis 20. Februar 2009 treffen sie sich in der Dreikönigskirche in Dresden, um ihre aktuellsten Erkenntnisse vorzustellen. Tagungsleiter ist Professor Kai Zuber. Für einen öffentlichen Abendvortrag zum Thema "Dunkle Materie überall - Eine Suche nach bisher unbekannten Teilchen" am 17.2.2009, 19 Uhr, hat er seinen Kollegen Prof. Josef Jochum von der Universität Tübingen gewinnen können. Der Vortrag findet im Hörsaal 04, Hörsaalzentrum, Bergstraße. 64, statt.

Informationen für Journalisten:
Prof. Kai Zuber, Tel.: 0351 463 42250
E-Mail: kai.zuber@physik.tu-dresden.de

Birgit Berg | idw
Weitere Informationen:
http://iktp.tu-dresden.de/ILIAS_2009/index.html
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Sternenmusik aus fernen Galaxien
21.02.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

nachricht Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen
17.02.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Wie ehrlich sind unsere Lebensmittel?

21.02.2017 | Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG

21.02.2017 | Maschinenbau

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort

21.02.2017 | Wirtschaft Finanzen