Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testmassen von LISA Pathfinder schweben frei

17.02.2016

Entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum wissenschaftlichen Missionsbetrieb im März

LISA Pathfinder ist eine Testmission, die Schlüsseltechnologien für die Messung von Gravitationswellen im Weltraum – wie den perfekten freien Fall zweier Testmassen– erproben soll. Nun wurde ein Meilenstein auf dem Weg zum wissenschaftlichen Missionsbetrieb erreicht, der am 1. März 2016 beginnen soll.

Erstmals wurden die beiden Testmassen von LISA Pathfinder – zwei identische 46 mm große Würfel aus einer Gold-Platin-Legierung – von ihren Haltemechanismen freigegeben und schweben nun frei innerhalb des Satelliten. Ein unter Federführung und mit maßgeblicher Beteiligung von Forschern aus Hannover und der Leibniz Universität entwickeltes Lasersystem vermisst den Abstand zwischen den Massen mit höchster Präzision.

„LISA Pathfinder arbeitet weiterhin perfekt! Das Freilassen der Testmassen erforderte etwas Lernen, aber das Team hat schnell eine elegante Lösung gefunden. Mit dem erfolgreichen Betrieb eines Laserinterferometers im Weltraum zwischen zwei freischwebenden Testmassen liefert LISA Pathfinder eine echte Weltneuheit“, sagt Prof. Karsten Danzmann, Leiter des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik.

„Wir stehen nun kurz vor dem Beginn der wissenschaftlichen Mission, die Schlüsseltechnologien zur Beobachtung von Gravitationswellen im Weltraum demonstrieren wird.“

Präzisionsmessungen mittels Laserinterferometrie

Zwischen den zwei Testmassen, die rund 38 Zentimeter voneinander entfernt sind, befindet sich ein Laserinterferometer, das die Positionen und die Ausrichtung der beiden Testmassen relativ zum Satelliten und zueinander mit bisher unerreichter Genauigkeit von etwa zehn Pikometern (hundertmillionstel Millimeter) bestimmt. So soll der perfekte freie Fall vermessen werden. Dieses optische Präzisionsmesssystem wurde unter Federführung und mit maßgeblicher Beteiligung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik und von der Leibniz Universität in Hannover entwickelt und gebaut.

Datenanalyse in Hannover

Nach einer Woche letzter Überprüfungen wird die wissenschaftliche Mission von LISA Pathfinder am 1. März 2016 beginnen. Diese wird Schlüsseltechnologien für den Nachweis von Gravitationswellen im Weltraum demonstrieren und validieren. So wird die Mission den Weg für zukünftige Gravitationswellen-Observatorien im All – wie eLISA – ebnen.

Forschende der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz Universität in Hannover sind führend an der Entwicklung der Auswertungssoftware beteiligt, die eine zentrale Rolle beim Extrahieren der entscheidenden Information aus den Messdaten spielt. Dafür betreibt das Institut einen Kontrollraum in Hannover. Da eine unmittelbare Auswertung der Daten für die Konfiguration der Folgeuntersuchungen entscheidend ist, besetzen Forscher des Instituts außerdem rund um die Uhr Schichten im Darmstädter Kontrollzentrum (ESOC) der europäischen Weltraumagentur ESA.

LISA Pathfinder ist eine Mission der ESA. Daran beteiligt sind europäische Raumfahrtunternehmen unter der Systemverantwortung von Airbus DS, Forschungseinrichtungen aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, und Großbritannien sowie die NASA.

LISA Pathfinder wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Mechtild Freiin v. Münchhausen, Pressesprecherin der Leibniz Universität Hannover und Leiterin des Referats für Kommunikation und Marketing, unter Telefon +49 511 762 5342 oder per E-Mail unter kommunikation@uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Optische Linsen, so fein wie ein Haar - 3D Druck ermöglicht kleinste komplexe Mikro-Objektive
28.06.2016 | Universität Stuttgart

nachricht Jupiter erwartet die Ankunft von Juno
27.06.2016 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blick durch die Wolken: Augmented Reality ermöglicht Hubschraubereinsätze bei schlechter Sicht

Nebel, Schneesturm, Windböen – schlechtes Wetter macht die Einsätze von Rettungshubschraubern oft hoch riskant, mitunter sogar unmöglich. Ein neues Helmsichtgerät, das Forscher der Technischen Universität München (TUM) entwickelt haben, kann Piloten künftig helfen, auch bei extrem schlechter Sicht Hindernisse frühzeitig wahrzunehmen: Die dafür nötigen Informationen werden im Bordrechner erstellt und in eine Datenbrille eingespielt. Eine neue Studie beweist, dass diese erweiterte Realität, in Fachjargon Augmented Reality, die Leistung von Piloten steigert.

Dicke Wolken hängen über dem Tegernsee. Die Sichtweite beträgt nur wenige hundert Meter. Normalerweise dürfte ein Hubschrauber bei diesem Wetter nicht starten...

Im Focus: Optical lenses, hardly larger than a human hair

3D printing enables the smalles complex micro-objectives

3D printing revolutionized the manufacturing of complex shapes in the last few years. Using additive depositing of materials, where individual dots or lines...

Im Focus: Flexible OLED in der Praxis angekommen

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Gemeinschaftsprojekt R2D2 zur Analyse und Weiterentwicklung fertigungsnaherProzesse und Technologien zur Herstellung von flexiblen organischen Leuchtdioden (OLED) wurde erfolgreich beendet.

Im Gegensatz zu Punktlichtquellen wie LEDs aus Halbleiterkristallen sind organische Leuchtdioden, kurz OLED, Flächenlichtquellen: Ihr Licht erreicht eine...

Im Focus: Flexible OLED applications arrive

R2D2, a joint project to analyze and development high-TRL processes and technologies for manufacture of flexible organic light-emitting diodes (OLEDs) funded by the German Federal Ministry of Education and Research (BMBF) has been successfully completed.

In contrast to point light sources like LEDs made of inorganic semiconductor crystals, organic light-emitting diodes (OLEDs) are light-emitting surfaces. Their...

Im Focus: Moleküle von Geruchsstoffen zeigen unerwartete Flexibilität

Hochaufgelöste Rotationsspektroskopie offenbart eine beispiellose Zahl von Konformationen eines Geruchsstoffmoleküls – ein neuer Weltrekord!

Forscher des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie am Center for Free-Electron Laser Science und des Hamburg Centre for Ultrafast Imaging...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

20. Business Forum Qualität: Smart Quality – QM im Zeitalter von Industrie 4.0

29.06.2016 | Veranstaltungen

Exotentagung: Vom Umgang mit Gecko, Schlange, Papagei

29.06.2016 | Veranstaltungen

Online-Event zu Lernmanagement-Systemen: Wohin geht die Entwicklung?

29.06.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Molekulares Paläothermometer auf dem Prüfstand

29.06.2016 | Geowissenschaften

Blick durch die Wolken: Augmented Reality ermöglicht Hubschraubereinsätze bei schlechter Sicht

29.06.2016 | Informationstechnologie

Volksverschlüsselung: Deutschland mailt sicher

29.06.2016 | Informationstechnologie