Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teilchenkollision in CERN geglückt

30.03.2010
Forscher sammeln Daten für grundlegende Fragen der Wissenschaft

Am Atomforschungszentrum CERN ist Forschern heute, Dienstag, erstmals eine Teilchenkollision gelungen. Die Experimentleitung meldete knapp nach 13 Uhr Ortszeit, dass die Kollision mit einer bisher unerreichten Energie von sieben Tera-Elektronenvolt geglückt ist. Der Start des großangelegten Experiments ist am Vormittag noch durch technische Probleme verzögert worden. Das Sicherheitssystem hatte die Maschine abgeschaltet.

Die Wissenschaftler, die am Large Hadron Collider (LHC) forschen, sind auf der Suche nach bislang unentdeckten Elementarteilchen. Sie sollen durch den Aufprall von Atomen bei enormen Geschwindigkeiten messbar gemacht werden. Dazu werden im LHC bei den Kollisionen Bedingungen wie kurz nach dem Urknall hergestellt.

Grundlegende Fragen klären

Die Forscher erwarten sich dabei Antworten auf grundlegende Fragen der Wissenschaft. Unter anderem soll der Aufbau der Materie geklärt oder das Higgs-Teilchen gefunden werden, das derzeit nur theoretisch existiert, jedoch für die Masse der Materie enorm wichtig ist. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler der mysteriösen Dunklen Materie auf die Spur kommen, die im Universum nach Schätzungen in der vier- bis fünffachen Menge vorkommt, wie die uns bekannte Materie.

Für die Froscher beginnt nach der ersten geglückten Kollision nun die aufwendige Arbeit. Die gewonnenen Daten werden analysiert und ausgewertet. Am Forschungszentrum freuen sich jedoch alle Beteiligten auf diese Tätigkeit. Man sei im Moment hoch erfreut, meinte Fabiola Gianotti, Sprecherin des für das Messgerät ATLAS zuständige Team. Die Strahlen seien perfekt aufeinander geprallt, wodurch man eine Menge Daten gewinnen konnte. "Das ist der Beginn einer neuen Ära der Physik-Forschung", so Gianotti.

Keine Schwarzen Löcher

Kritiker der Experiments haben wiederholt Befürchtungen geäußert, durch die Kollision könnten kleine Schwarze Löcher entstehen. Die beteiligten Teilchenphysiker teilten diese Angst nicht. "Es werden keine gefährlichen Schwarzen Löcher erzeugt", sagte CERN-Generaldirektor Rolf Heuer dem Deutschlandradio Kultur. In dem LHC-Beschleuniger könnten nur eventuell und lediglich mikroskopische Schwarze Löcher entstehen. Diese seien jedoch im Gegensatz zu den aus dem Universum bekannten lediglich exotische Quantenzustände, die sofort wieder zerfallen würden.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cern.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Erforschung von Elementarteilchen in Materialien
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

nachricht Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie