Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

T-Sage – das Kernstück des Satelliten MIKOSCOPE

13.01.2015

Im Oktober 2014 hat die französische Studien- und Forschungseinrichtung für Luft- und Raumfahrt (ONERA) dem CNES in Toulouse das Kernstück des Satelliten MICROSCOPE übergeben, dessen Start für 2016/2017 geplant ist.

Die Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der französischen Weltraumagentur (CNES), der ONERA, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, des ZARM (Zentrum für Angewandte Raumfahrt und Mikrogravitation) der Universität Bremen und der europäischen Weltraumorganisation ESA. Ziel dieses Projektes ist die Überprüfung des Äquivalenzprinzips im Weltraum.

Das Äquivalenzprinzip bildet die Grundlage unserer Gravitationstheorie. Danach erreichen alle Körper, unabhängig von ihrer Masse und ihrer inneren Struktur, in einem Gravitationsfeld die gleiche Beschleunigung.

Über die Jahrhunderte wurde die Gültigkeit des Äquivalenzprinzips von zahlreichen namhaften Physikern geprüft. Die Überprüfung erfolgt, indem die Beschleunigungen zweier unterschiedlicher Körper experimentell bestimmt werden. Galileo Galilei hat dies durch seine berühmten Fallexperimente vom schiefen Turm in Pisa bewiesen und der amerikanische Astronaut Neil Armstrong durch ein ähnliches Experiment mit einem Gewicht und einer Feder.

Heute werden bei den Experimenten Torsionspendel oder Laser verwendet, die eine Messgenauigkeit von 1012 bzw. 1013 erreichen. Falls nun die Differenz zwischen den beiden Beschleunigungen geringer ist als die Genauigkeit der Messung, ist das Experiment ohne Aussagekraft.

Da die Stringtheorie eine Abweichung voraussagt, die unter 1013 liegt, kann diese Aussage nur durch eine Messung, die eine noch höhere Genauigkeit aufweist, widerlegt oder verifiziert werden. Und das geht nur im Weltraum – 700 km von der Erde entfernt.

Wenn das MICROSCOPE-Experiment hält, was angestrebt wird, und eine Messung mit einer Genauigkeit von 1015 ermöglicht, wäre das Ergebnis zukunftsweisend. Falls eine Differenz der Beschleunigungen gemessen wird, würde dies nicht nur das Äquivalenzprinzip widerlegen, sondern auch den Stringtheoretikern experimentellen Rückhalt verschaffen.

Weitere Informationen:

– Welt der Physik – 13.09.2009- http://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/teleskope-und-satelliten/microscope/

Quellen:

BE France 296 – 12.2014 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/77512.htm
Welt der Physik – 13.09.2009- http://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/teleskope-und-satelliten/microscope/

Redakteurin/Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/allgemein/t-sage-das-kernstueck-des-sat...

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Das anwachsende Ende der Ordnung
27.03.2017 | Universität Konstanz

nachricht In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich
27.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE