Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Starke Anzeichen für Entdeckung des Higgs-Teilchens

04.07.2012
Neueste Ergebnisse des Forschungszentrums CERN – Göttinger Arbeitsgruppe maßgeblich beteiligt

Die Frage, wie die Masse von Elementarteilchen kurz nach dem Urknall entstand, beschäftigt weltweit die Wissenschaftler. Zur Erklärung suchen sie nach dem dafür fehlenden Higgs Boson, auch „Gottesteilchen“ genannt.

Daran beteiligt sind auch Göttinger Teilchenphysiker, die am Großexperiment ATLAS mit dem Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf forschen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern vom Großexperiment CMS analysieren sie Daten hochenergetischer Kollisionen von Wasserstoffkernen im Teilchenbeschleuniger und ziehen Rückschlüsse auf die physikalischen Vorgänge in der Kollision.

Dabei haben sie nun deutliche Anzeichen für ein bislang unbekanntes Teilchen gefunden, dass bei einer Masse von 125 Giga-Elektronvolt entsteht – ein Giga-Elektronvolt entspricht der Masse eines Wasserstoffkerns. Es könnte sich dabei um das lang gesuchte Higgs-Teilchen handeln. Die Ergebnisse wurden in Genf vorgestellt.

„Das gefundene Teilchen wird im ATLAS-Experiment über Zerfälle in zwei Photonen und zwei Z-Bosonen nachgewiesen. Ob es sich tatsächlich um das Higgs-Teilchen handelt oder ob wir etwas gänzlich Unerwartetem auf der Spur sind, muss durch weitere Messdaten und Untersuchungen geklärt werden. Beides wären große Entdeckungen“, sagt Prof. Dr. Arnulf Quadt vom II. Physikalischen Institut der Universität Göttingen und Leiter des Göttinger Forscherteams. Allein aus Deutschland sind etwa 400 Wissenschaftler aus 13 Universitäten, dem DESY in Hamburg sowie dem Max-Planck-Institut in München am ATLAS-Experiment beteiligt. Die Universitäten werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über die Verbundforschung finanziert. Ihre Aktivitäten sind im Forschungsschwerpunkt 101 aus dem Exzellenzprogramm des BMBF zusammengefasst. Der Forschungsschwerpunkt wurde kürzlich um weitere drei Jahre verlängert, wobei allein die Förderung der Göttinger Arbeitsgruppe über zwei Millionen Euro beträgt.
Schwerpunkte der Forschung in Göttingen sind neben dem Betrieb des Grid-Computings, einem Konzept zum weltweit verteilten und vernetzten Rechnen, auch die Entwicklung von strahlenharten, schnellen hybriden Pixeldetektoren zur Vermessung der Flugbahn von Elementarteilchen nach der Kollision sowie insbesondere die Auswertung der Daten. „Gerade diese Arbeitsschwerpunkte eignen sich hervorragend, um mithilfe weiterer Messdaten die Natur des neuen Teilchens aufzuklären“, sagt Prof. Quadt. Allein in der ersten Jahreshälfte 2012 habe die Datenmenge gegenüber den Jahren 2010 und 2011 verdoppelt werden können.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter http://atlas.ch und http://www.fsp101-atlas.de.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Arnulf Quadt
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik – II. Physikalisches Institut
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-7635, Fax (0551) 39-4493
E-Mail: aquadt@uni-goettingen.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph2.physik.uni-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern
25.07.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Schreiben mit dem Elektronenstrahl: Jetzt auch Nanostrukturen aus Silber
24.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie