Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf den Spuren der kosmischen Strahlung

13.01.2009
Die Forscher vom Erlangen Centre for Astroparticle Physics an der Universität Erlangen-Nürnberg haben Grund zur Freude: Gleich zwei wissenschaftliche Großprojekte, an denen die Wissenschaftler vom ECAP maßgeblich beteiligt sind, - das KM3NeT-Teleskop und Cherenkov Telescope Array - sind auf die Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastruktur (ESFRI) aufgenommen worden und gehören damit nach Ansicht internationaler Experten zu den wichtigsten europäischen Forschungsvorhaben.

Die Roadmap ist das Ergebnis eines mehrjährigen intensiven Beratungs- und Begutachtungsprozesses, in den zahlreiche hochrangige internationale Experten eingebunden waren. Sie listet neue großtechnische Forschungsinfrastrukturen auf und benennt Projekte, die in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren für den Forschungsstandort Europa von zentraler Bedeutung sein werden.

Ziel ist es, den Aufbau gemeinsamer Strukturen in der europäischen Forschung voranzutreiben. Die beiden Erlanger Projekte wurden als zwei von acht Forschungsvorhaben aus dem Bereich Physik ausgewählt. Das KM3NeT-Teleskop erscheint nach 2006 bereits zum zweiten Mal auf der Roadmap. Ingesamt sind 240 Projekte aus allen Disziplinen für die Roadmap vorgeschlagen worden, aus denen das ESFRI 44 auswählte.

"Die Aufnahme auf die Roadmap stellt für die beiden Projekte und damit auch für die beteiligten Wissenschaftler einen wichtigen Schritt und einen großen Erfolg dar", betont Prof. Dr. Christian Stegmann vom ECAP. "Sie bestätigt die exzellente Arbeit der Erlanger Physiker und lässt für die Zukunft der Astroteilchenphysik in Erlangen hoffen."

Mit Hilfe des KM3NeT-Teleskops und des Cherenkov Telescope Array (CTA) wollen die Forscher versuchen, eines der größten Rätsel der Astrophysik zu lösen: die Frage nach der Herkunft der hochenergetischen kosmischen Strahlung. Von Neutrinos - winzigen Elementarteilchen, die durch das Weltall rasen - und der elektromagnetischen Gammastrahlung erhoffen sich die Wissenschaftler neue Hinweise, denn sowohl die Teilchen als auch die Gammastrahlung entstehen dort, so vermuten die Forscher, wo auch die kosmische Strahlung ihre Quelle hat.

Um die Neutrinos aufzuspüren, wollen die Wissenschaftler ein riesiges Teleskop auf dem Grund des Mittelmeers verankern, das aus mehreren Tausend hochempfindlichen Photosensoren besteht und ein Volumen von rund einem Kubikkilometer umfasst. An der auf drei Jahre angelegten Designstudie für das Teleskop, die seit 2006 läuft, arbeiten insgesamt 36 Forschungsinstitute aus Astroteilchenphysik, Teilchenphysik, Astrophysik sowie Meeresforschung und Tiefseetechnologie mit. Erste Erfolge bei der Neutrino-Jagd konnten die Physiker schon mit dem Antares-Teleskop erzielen, das mit großer Erlanger Beteiligung vor der Küste von Marseille errichtet wurde.

Ein System von Teleskopen am Erdboden - das Cherenkov Telescope Array (CTA) - soll den Forschern helfen, mehr über die Quellen der Gammastrahlung auf die Spur zu erfahren. An einem ähnlichen Experiment (H.E.S.S. - High Energy Stereocopic System) mit den bisher weltweit empfindlichsten Gammastrahlensonsoren, sind die Forscher vom ECAP bereits intensiv beteiligt. Mit Hilfe von H.E.S.S. konnten in den letzten Jahren eine Vielzahl von Gammastrahlenquellen im Weltall identifiziert werden. Das Cherenkov Telescope Array soll die großartigen Entdeckungen der derzeitigen Experimente fortführen.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Christian Stegmann
Tel.: 09131/85-28964 bzw. -27148
stegmann@physik.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.physik.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Auf den Spuren der Entstehung von Kondensationstropfen
28.02.2017 | Universität Leipzig

nachricht Leuchtende Blasen in freier Wildbahn
28.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Partnerprogramm von Stellar Datenrettung

28.02.2017 | Unternehmensmeldung

Ein Filter für schweren Wasserstoff

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Auf den Spuren der Entstehung von Kondensationstropfen

28.02.2017 | Physik Astronomie