Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Sonne erforschen

19.02.2010
Weltraum-Projekt mit Kieler Beteiligung nimmt wichtige Hürde

Die Raumsonde Solar Orbiter, an der auch Wissenschaftler der Uni Kiel mitarbeiten, ist ihrer Verwirklichung einen großen Schritt näher gekommen. Das wissenschaftliche Planungskomitee der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat Solar Orbiter aus einem Kreis von sechs Projekten, die um zwei Startmöglichkeiten ins All konkurrieren, als eines der drei viel versprechendsten ausgewählt. Bis zum Sommer 2011, wenn die endgültige Entscheidung fällt, ist die Finanzierung von Solar Orbiter und seiner Kieler Teilprojekte nun gesichert.

Die Professoren Robert Wimmer-Schweingruber und Bernd Heber von der Extraterrestrischen Physik an der CAU freuen sich über die Entscheidung des ESA-Komitees: "Damit können wir unsere Arbeit an dem Projekt fortsetzen. Das bedeutet auch, dass mindestens elf Stellen gesichert oder neu geschaffen werden", so Wimmer-Schweingruber. Die Kieler Physiker arbeiten eng mit Forschern aus Spanien, Finnland, Südkorea und den USA zusammen, um ein Teil der Raumsonde, den Energetischen Partikel-Detektor, zu entwickeln. Er soll die Eigenschaften energiereicher Teilchen messen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler der CAU drei Instrumente, die in der Physikwerkstatt gebaut werden. "Wir profitieren hier von den Fortschritten bei Miniaturisierung, Elektronik und Detektortechnologie", sagt Wimmer-Schweingruber. "Vor 20 Jahren hätten solche Geräte noch über zehn Kilo gewogen, heute sind es gerade einmal zwei. Das macht die Mission in dieser Form erst möglich." Besonders stolz ist er auf ein Instrument mit der etwas sperrigen englischen Bezeichnung "Suprathermal Electrons, Ions & Neutrals Instrument" (STEIN): Es erlaubt erstmals die Messung der im Sonnenwind nur in geringem Umfang vorhandenen neutralen Atome und eröffnet damit ein völlig neues Fenster der Sonnenbeobachtung.

Im Falle einer positiven Entscheidung in 2011 soll Solar Orbiter 2017 dann mit einer Trägerrakete der NASA ins All geschossen werden und der Sonne näher kommen als jede andere Raumsonde zuvor – bis auf etwa ein Viertel der Entfernung, die zwischen unserem Planeten und unserem Zentralgestirn liegt, also etwa 40 Millionen Kilometer. Durch die neuartige Gestaltung der Flugbahn wird es möglich, die der Erde abgewandte Seite der Sonne sowie erstmals auch ihre Polregionen zu untersuchen. Da Solar Orbiter sich mit der Sonne dreht, kann ein bestimmter Bereich auf der Oberfläche über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung beobachtet werden. Ziel der Mission ist es, neben der Grundlagenforschung neue Erkenntnisse über die Aktivitäten des Sternes und ihre Auswirkungen auf unseren Planeten zu gewinnen. So ließen sich etwa energiereiche Teilchenstürme besser vorhersagen, die auf der Erde zahlreiche technische Einrichtungen wie Funk und Satellitenkommunikation stören können.

Kontakt:
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik/Extraterrestrische Physik Prof. Dr. Robert F. Wimmer-Schweingruber Tel. 0431/880-3964, Fax: 0431/880-3968
E-Mail: wimmer@physik.uni-kiel.de
Prof. Dr. Bernd Heber
Tel. 0431/880-3955, Fax: 0431/880-3968
E-Mail: heber@physik.uni-kiel.de

Susanne Schuck | Uni Kiel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Flashmob der Moleküle
19.01.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Verkehrsstau im Nichts
19.01.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie