Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensoren aus Jena an Bord des Kometenlanders Philae

07.11.2014

Wenn sich am 12. November 2014 das Landegerät Philae von der europäischen Raumsonde Rosetta trennt und auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, Tschuri genannt, landet, sind thermoelektrische Sensoren des IPHT mit an Bord. Die Sensoren messen nach der Landung berührungslos die Oberflächentemperatur des Kometen auf ein Zehntel Kelvin genau.

Der Sensorkopf hat einen Durchmesser von etwa 10 Millimetern. Er ist auf einer Strebe des Landemoduls in einer Höhe von ca. 1 Meter über dem Boden angebracht. Er misst die Wärmestrahlung, die von einem Quadratmeter der Kometenoberfläche emittiert wird. Die Sensoren zeichnen sich durch eine hohe Detektivität und Robustheit aus. Sie sind in einem vom IPHT angefertigten Spezialgehäusen für den Einsatz im Weltraum verkapselt. Eine Besonderheit ist dabei, dass die Gehäuse so designt wurden, dass die Sensoren im Weltall evakuiert werden.

Thermoelektrische Sensoren wandeln Wärmestrahlung in elektrische Spannungssignale um. Aus diesen Messsignalen kann die Temperatur der Strahlungsquelle abgeleitet werden. Ein normales, berührendes Thermometer könnte die Temperatur auf dem Kometen nicht zuverlässig messen, da die Oberfläche des Kometen von Staub bedeckt ist.

Bereits 1995 kam das Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit dem Vorhaben Rosetta auf die IPHT-Wissenschaftler zu. Daraus und aus weiteren Kontakten hat sich eine langfristige Kooperation auf dem Gebiet der Weltraum-Missionen entwickelt. So sind auch im Mars-Rover Curiosity Sensoren des IPHT verbaut. Für vier weitere Weltraum-Missionen werden die Jenaer Wissenschaftler spezialangefertigte Sensoren zur Verfügung stellen.

Kometen sind die wahrscheinlich ältesten Reste des Staubes, aus dem unser Sonnensystem entstand. Ziel der Rosetta-Mission ist es, Erkenntnisse über die Entstehung und Evolution unseres Sonnensystems zu erhalten.

Insgesamt sind 17 Nationen an der Rosetta-Mission beteiligt. Die Kosten für die Mission belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro. Erstmals kann durch die Mission ein Himmelskörper nicht nur im Vorbeifliegen untersucht werden, sondern direkt vor Ort. Rosetta ist bereits am 2. März 2004 gestartet und über 10 Jahre im All unterwegs gewesen. Am 6. August erreichte Rosetta Tschuri und schwenkte in die Umlaufbahn um den Kometen ein.

Pressekontakt:
Britta Opfer
Telefon +49 (0) 3641 · 206-033
Telefax +49 (0) 3641 · 206-044
britta.opfer@ipht-jena.de


Weitere Informationen:

http://www.ipht-jena.de/aktuelles/mehr/back/2/newsdate/2014/11/07/sensoren-aus-j...

Britta Opfer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie