Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In der Schwerelosigkeit stabil

17.09.2013
Parabelflug: TU Berlin testete erfolgreich ein selbst entwickeltes Auslegersystem für Satelliten

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin entwickeln ein Stabilisierungssystem für Nanosatelliten. Im Rahmen der 23. Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde der Mechanismus vom 10. bis 13. September 2013 in einem Parabelflugzeug, welches durch seine speziellen Flugmanöver Schwerelosigkeit erreicht, durch die TU-Forscher getestet. Mit Erfolg: Das Auslegersystem wird 2015 auf der TechnoSat Mission der TU Berlin erstmalig im Orbit demonstriert.


TU-Wissenschaftler in der Schwerelosigkeit
Lupe© Barschke/Weise

Der neu entwickelte Mechanismus mit einer Größe von 15 cm x 8 cm x 8 cm sorgt für die Ausrichtung eines etwa 20 Kilogramm schweren Satelliten relativ zum Gravitationsfeld der Erde, ohne dafür Energie aus den Solarzellen des Satelliten zu benötigen. Hauptbestandteil des ausfahrbaren Auslegersystems ist ein langes, geschlitztes Metallrohr, das auf eine Spule aufgewickelt wird. Die für das Ausfahren notwendige Energie ist, ähnlich wie bei einem aufziehbaren Spielzeugauto, in einer Feder gespeichert.

Mit Hilfe dieser Feder kann das Rohr auf eine maximale Länge von 5 Meter ausgefahren werden. Sensoren am Ende des Auslegers messen die während des Flugs auftretende Beschleunigung und Rotation. Für den Weltraumeinsatz auf der TechnoSat Mission sind zusätzlich noch ein Magnetfeldsensor und eine kleine Kamera auf der Sensorplattform vorgesehen. Das extrem dünnwandige Auslegerrohr mit einer Wandstärke von nur 0,07 Millimeter kann die Sensorplattform am Ende des Auslegers unter normalen Schwerkraftbedingungen nicht tragen. Deshalb war der Funktionstest in der Schwerelosigkeit erforderlich.

Das Schwerelosigkeitsexperiment startete in Bordeaux, Frankreich. Die Firma NoveSpace, die mit dem Airbus A-300 das weltweit größte Flugzeug für Parabelflüge betreibt, veranstaltet zusammen mit dem DLR-Raumfahrtmanagement zweimal jährlich Parabelflüge für die Forschung in Schwerelosigkeit. Hierfür wird durch ein spezielles Flugmanöver 30 Mal pro Flugtag für eine Zeitspanne von 22 Sekunden die Schwerkraft aufgehoben.

Neben biologischen, medizinischen und physikalischen Experimenten werden auch technologische Tests, wie zum Beispiel die Erprobung des Auslegersystems der TU Berlin, durchgeführt.

Im Verlauf der Experimente konnten wertvolle Daten bezüglich des Verhaltens des Gesamtsystems in der Schwerelosigkeit gesammelt werden. Dabei wurden Ausfahrlänge, das Gewicht an der Spitze des Auslegers sowie die Stärke der Feder variiert. Aufbauend auf den Ergebnissen des Experimentes kann das Auslegersystem nun für den Einsatz im Orbit im Rahmen der TechnoSat Mission optimiert werden.

Fotomaterial zum Download: www.tu-berlin.de/?id=138858

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Merlin Barschke, TU Berlin,
Institut für Luft- und Raumfahrt, Projektleiter des Parabelflugexperiments, E-Mail: merlin.barschke@ilr.tu-berlin.de, Tel.: +49 30 314 28743

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de
http://www.tu-berlin.de/?id=138858

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen