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Saarbrücker Quantenphysiker an europäisch-israelischem Forscher-Netzwerk beteiligt

31.05.2012
Wer am Quantencomputer forscht, will damit eines Tages riesige Datenbanken blitzschnell durchsuchen und alle heutige Rechenoperationen um ein Millionenfaches steigern.

Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, der auch für Wissenschaftler mit vielen Fragezeichen versehen ist. Siebzehn Forschergruppen aus Europa und Israel haben sich jetzt in einem Netzwerk zusammengeschlossen, das von der Europäischen Union unterstützt wird.

In interdisziplinären Teams forschen dort Physiker, Chemiker, Informatiker und Mathematiker zusammen. Sie wollen herausfinden, wie man auf der heute schon vorhandenen, aber nicht perfekten Quanten-Hardware bereits rechnen kann.

In den kommenden Jahren wollen die Forscher dafür möglichst gute Logikoperationen entwerfen. In dem neuen Netzwerk werden die Wissenschaftler die Brücke zwischen der Hardware der Quanteninformation und der Ebene der Quanten-Informatik schlagen. Dafür soll vor allem die so genannte Kontrolltheorie genutzt werden, eine Methode aus der Ingenieurmathematik.

Sie soll die abstrakte Ebene der Quantentechnologien mit der Hardware verbinden. Dieses auch Quantenkontrolle genannte Verfahren wird heute schon auf anderen Gebieten als der Quanteninformation angewendet, zum Beispiel bei Berechnungen der Kernspinspektroskopie oder der biomolekularen Strukturanalysen.

Das neue europäische Netzwerk zum Thema "Optimal control techniques in Quantum Information Processing" trägt die Abkürzung QUAINT. Es vereint siebzehn Forschergruppen an fünfzehn Universitäten in Europa und Israel, die Federführung hat die University of Southhampton (Großbritannien).

Auf deutscher Seite sind neben der Universität des Saarlandes die Technische Universität München, die Universitäten in Kassel und Ulm sowie das KIT in Karlsruhe beteiligt. Insgesamt werden sich rund 60 Wissenschaftler und 30 Doktoranden mit der Quantenkontrolle beschäftigen. Ziel ist dabei auch, gemeinsame Forschungsziele zu definieren, aus denen sich dann weitere Verbundprojekte der Europäischen Union und der nationalen Forschungsförderung ergeben.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Frank Wilhelm-Mauch
Lehrstuhl für theoretische Physik
Universität des Saarlandes
Tel. 0681 / 302-3960
fwm@physik.uni-saarland.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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