Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rote Marsfarbe ist kein Beweis für Wasser

21.09.2009
Umwandlung von Magnetit zu Hämatit auch rein mechanisch möglich

Die Tatsache der roten Marsoberfläche beweist nicht zwingend, dass der Planet zu früheren Zeiten Wasser besaß oder heute noch Spuren davon hat. Zu diesem Schluss kommen dänische Forscher vom Mars Simulation Laboratory.

In Experimenten zeigen sie, dass der dunkle Magnetit, der die Marsoberfläche ursprünglich bedeckte, auch rein mechanisch zu rötlichen Hämatit umgewandelt werden konnte. Diese Ergebnisse wurden auf dem Kongress der europäischen Planetenwissenschaftler in Potsdam präsentiert und in der Fachzeitschrift "International Journal of Solar System Studies" veröffentlicht.

Der erdnahste Planet unseres Sonnensystems ist von feinem, roten Staub bedeckt. Dieser ist auch in der Marsatmosphäre vorhanden, und zwar mit manchmal so hoher Dichte, dass er die Sonne dabei verfinstert. Welche physischen, chemischen und geologischen Ursachen dieser Staub hat, ist jedoch noch kaum erforscht.

Man nimmt an, dass der heute rote Planet zwischen seinen weißen Polkappen ursprünglich schwarz war, berichtet Studienautor Jonathan Merrison: "Die meisten seiner Gesteine in den mittleren Breiten sind aus Basalt. Jahrzehntelang gingen wir davon aus, dass die rötlichen Regionen am Mars auf seinen Wasserreichtum in früheren Epochen zurückgeht, und dass es auch heute zumindest in manchen Regionen wasserhältige oxidierte Eisenmineralien gibt."

Dass der Rotanstrich jedoch vielleicht auch ohne Wasser zustande kam, lässt ein neues Experiment vermuten. Um die Staubentstehung am Mars zu simulieren, füllten die Wissenschaftler Glasflaschen mit Quarzsand und schüttelten diese, insgesamt zehn Mio. mal in fünf Monaten. Ein Zehntel des Sandes war in dieser Zeit zu Staub geworden. Eine Überraschung erlebten die Forscher jedoch, als sie das im Marsbasalt enthaltene Eisenoxid Magnetit dazu mischten und weiter schüttelten. Dabei nahmen allmählich die gesamten Proben rote Farbe an und eine anschließende Analyse konnte die Mineralien als Hämatit identifizieren. "Magnetit hatte sich in einem ausschließlich mechanischen Prozess in Hämatit verwandelt, ohne dass jemals ein Tropfen Wasser im Spiel war", so Merrison.

Quarzsandkörner erodieren beim Herumwirbeln schnell und wandeln sich durch den direkten Kontakt um, vermuten die Wissenschaftler. Auch wenn die genauen Prozesse dabei noch nicht erforscht sind, konnte bereits nachgewiesen werden, dass dieser Vorgang nicht nur an der Luft, sondern auch in trockenen Kohlendioxidatmosphären wie etwa am Mars stattfindet. Erst wenn die Gesteinszusammensetzung des Mars genau verstanden wird, könne seine Struktur wie auch die Entwicklung in Oberflächennähe sowie das Zusammenspiel mit der Marsatmosphäre rekonstruiert werden, geben die Forscher zu bedenken.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.marslab.dk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen