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Rosetta-Mission: Saarbrücker Forscher an Analyse von Kometenoberfläche beteiligt

31.07.2015

Über zehn Jahre war die Raumsonde Rosetta im All unterwegs, bis ihre Landeeinheit Philae am 12. November 2014 auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko aufsetzte. Seitdem werten Forscher der beteiligten Institutionen, u. a. des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Daten aus, die die Sonde nach der Landung zur Erde funkte. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Oberfläche sowohl feste als auch weiche, granulare Strukturen aufweist. An diesen Arbeiten ist auch Walter Arnold beteiligt. Er ist Professor im Ruhestand für Werkstofftechnik an der Saar-Uni. Als Forscher am Saarbrücker Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP war er an der Rosetta-Mission beteiligt.

Als die Landeeinheit „Philae“ sich im November 2014 in rund 500 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde von ihrem Mutterschiff Rosetta löste, um auf dem Kometen 67P zu landen, lief dieses Manöver zunächst wie geplant ab: Philae schwebte rund sieben Stunden lang auf den Kometen zu, nur von seiner geringen Schwerkraft angezogen.

Anstatt sich jedoch mit Harpunen auf der Oberfläche zu verankern, hob Philae wieder ab, setzte mehrmals auf 67 P auf und landete schließlich zwei Stunden später und 1,5 Kilometer entfernt von der geplanten Landestelle.

Diesen komplexen Verlauf der Landung konnten die Forscher anhand der übermittelten Daten in den vergangenen Monaten rekonstruieren und analysieren. Die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science.

Die Wissenschaftler konnten somit erstmals einige Eigenschaften des Kometenmaterials bestimmen. Besonders die Vorgänge während der turbulenten Landung der Sonde lassen Rückschlüsse auf die Festigkeit des Kometenbodens zu. So scheint der erste Kontaktort der Sonde, Agilkia, eine weichere, granulare Oberfläche aufzuweisen als der finale Landepunkt, Abydos, der eine härtere Oberfläche besitzt.

Auch der Saarbrücker Professor Walter Arnold ist an der Auswertung und Analyse dieser Daten mit seiner Expertise in Werkstoffwissenschaften und zerstörungsfreien Prüfverfahren beteiligt. Professor Arnold beteiligte sich mit seinem Team am Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP von 1997 bis zum Start von Rosetta im Jahr 2004 an der Entwicklung eines Sensorsystems, das die Eigenschaften der Kometenoberfläche untersuchen sollte.

Dazu nutzt die CASSE genannte Technik (Comet Acoustic Surface Sounding Experiment) akustische Signale. Das System wurde in den drei Füßen der Landeeinheit Philae eingebaut. Es kann zum einen ähnlich wie ein Seismograph in den Boden hineinlauschen, zum anderen kann die Technik wie ein Echolot mit Schallwellen den Aufbau der Oberflächen analysieren. Zurzeit ist Walter Arnold Gastprofessor am 1. Physikalischen Institut der Universität Göttingen.

Mehr über den Science-Artikel „The landing(s) of Philae and inferences about comet surface mechanical properties”, DOI: 10.1126/science.aaa9816 und über die Rosetta-Mission finden Sie auf den Seiten des DLR unter www.dlr.de/rosetta .
Die Pressemeldung des DLR unter www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-14398/#/gallery/20130

Zur Entwicklung von CASSE am Fraunhofer IZFP siehe auch www.izfp.fraunhofer.de/content/dam/izfp/de/documents/aktuelles/2014/PI_Rosetta2014_DE.pdf 

Die Rosetta-Mission ist ein Vorhaben der Europäischen Weltraumagentur ESA unter Beteiligung der Mitgliedsstaaten und der NASA. Für die Landeeinheit Philae sind Forscher und Ingenieure des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung sowie des französischen und des italienischen Zentrums für Weltraumforschung (CNES und ASI) federführend verantwortlich. Ziel der Mission ist es, mehr über die Entstehung des Sonnensystems zu erfahren.

Gemeinsame Pressemeldung der Universität des Saarlandes und des Fraunhofer-Instituts für zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Walter Arnold
E-Mail: w.arnold(at)mx.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-2601).

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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