Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rosetta: Braunschweiger Magnetometer meldet drei Landungen von »Philae«!

13.11.2014

Das vom Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig entwickelte ROMAP-Magnetometer konnte in den vergangen 33 Stunden wichtige Daten zur aktuellen ESA-Weltraummission „Rosetta“ beitragen.

Die Messwerte des auf der Landeeinheit eingesetzten Instruments zeigen insbesondere, dass „Philae“ insgesamt drei Mal auf dem Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko aufgesetzt hat.


Die Daten des Landermagnetometers ROMAP zeigen deutliche Sprünge während des Aufsetzens. Insgesamt drei Landungen sind erkennbar.

TU Braunschweig/IGEP


Christoph Könders, Dr. Torsten Fichna, Charlotte Götz, Manuel Senfft, Dr. Björn Fiethe, Prof. Jürgen Hesselbach, Prof. Uwe Motschmann, Prof. Karl-Heinz Glaßmeier, Cordelia Koch und Horst Wohl.

TU Braunschweig

Institute der TU-Braunschweige sind mit verschieden Beiträgen an der internationalen Weltraummission beteiligt. Über 400 Gäste haben die Landung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Braunschweig verfolgt.

Braunschweiger verfolgten Kometenlandung im Hörsaal

Über 400 Braunschweiger verfolgten gestern Nachmittag im Altgebäude der Technischen Universität Braunschweig die erste Landung auf einem Kometen. In Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern der Präsidiums, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der an der Rosetta-Mission beteiligten Institute der TU Braunschweig sowie des DLR-Standortes Braunschweig und weiteren Gästen wurde die Nachricht von der Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko mit Freude und Erleichterung aufgenommen.

„Die Kometenlandung ist eine außerordentliche Ingenieurleistung, zu der unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Physik einen wesentlichen Beitrag geleistet haben“, so Prof. Jürgen Hesselbach, der Präsident der TU Braunschweig.

Bereits im Verlauf des Landemanövers konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik vermelden, dass die Braunschweiger Magnetometer auf der Weltraumsonde „Rosetta“ sowie auf der Landeeinheit „Philae“ verlässlich die erwünschten Daten auf die Erde senden.

So war es unter anderem auf Grundlage der Werte der Braunschweiger Physiker möglich, die Landung zu bestätigen. Jedoch deuteten die Magenetometerdaten auch darauf hin, dass der Landevorgang nicht wie geplant verlaufen war. Schon kurz nach Empfang der Daten wurde deutlich, dass die Landeeinheit nicht, wie erhofft, fest verankert war, sondern über der Oberfläche schwebte. Später zeigten zwei Ausschläge in der Magnetfeldstärke, dass „Philae“ ein zweites sowie drittes und damit letztes Mal landete.

Das auf der „Rosetta“-Sonde eingesetzte Magnetometer „RPC“ und die seit August gesammelten Daten waren ebenfalls im Rahmen der gestrigen Veranstaltung ein Thema: Der Sounddesigners Manuel Senfft hatte im Vorfeld die Messwerte des Braunschweiger Instruments zum Klingen gebracht.

Mittels eines eigens dafür entwickelten Programmes wurden die Daten ausgewertet und durch letzte Handgriffe des jungen Wolfenbütteler und eines Musikprogrammes in Töne umgesetzt. Die künstlerische Interpretation wurde auf dem Audioportal „Soundcloud“ unter dem Titel „A Singing Comet“ bereits über eine Million Mal abgerufen und verbreitet sich gegenwärtig in sozialen Medien.

Hintergrund: ROMAP
Der „Rosetta Lander Magnetometer and Plasma Monitor“ (ROMAP) ist eines von zehn Instrumenten auf der Philae-Landeeinheit, das im Rahmen der ESA-Weltraummission „Rosetta“ das Magnetfeld sowie das Sonnenwindverhältnis auf dem Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko untersucht.

An dem Instrument sind das Institut für Geophysik und Extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig und das Energieforschungszentrum der Akademie der Wissenschaften Ungarn sowie das Institut für Weltraumforschung Graz in Österreich beteiligt.

Kontakt
Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier
Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik
Technische Universität Braunschweig
Mendelssohnstraße 3
38106 Braunschweig
Tel: +49 531 391 5214
Email: kh.glassmeier@tu-bs.de
www.igep.tu-bs.de


Weitere Informationen:

http://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=7587
https://soundcloud.com/esaops/a-singing-comet

Stephan Nachtigall | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise