Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechnen mit Lichtgeschwindigkeit: Knapp acht Millionen Euro für Forschungskonsortium

18.12.2008
Neuartige Halbleitermaterialien sollen Computer künftig erheblich schneller machen.

Daran arbeiten Physiker der Philipps-Universität im Rahmen eines Konsortiums, das für sein auf drei Jahre angelegtes Vorhaben 7,7 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium (BMBF) erhält.

Projektkoordinator ist Professor Dr. Wolfgang Stolz vom Wissenschaftlichen Zentrum für Materialwissenschaften (WZMW).

Computer arbeiten bisher mit Rechengeschwindigkeiten von an die zwei Gigahertz - damit ist die Leistungsgrenze der elektronischen Datenverarbeitungssysteme erreicht. Eine optische Signalübertragung würde eine weitere Beschleunigung erlauben. "Es ist weltweit akzeptiert, dass die große Aufgabe darin besteht, Optik und Elektronik zu kombinieren", sagt der Marburger Physiker Professor Dr. Stephan Koch, der dem Forschungsverbund angehört. Doch Silizium, das als Material für die Computerindustrie international fest etabliert ist, eignet sich nicht für optische Anwendungen.

Die Marburger Forscher haben deshalb nach Halbleitermaterialien gesucht, mit denen sich Laserlicht erzeugen lässt und deren Kristallgitter gleichzeitig zu Silizium passt. Aus diesem Ansatz ist in den vergangenen Jahren "ein komplett neuartiges Materialsystem entstanden", sagt Koordinator Wolfgang Stolz. Die Wissenschaftler überschichten Siliziumscheiben mit einer Mischung aus Gallium, Stickstoff, Arsen und Phosphor, so dass die Gitterstrukturen perfekt übereinstimmen. "Marburg steht auf diesem Gebiet an der Spitze der Forschung weltweit", erklärt Koch.

Das Ziel des Projektes ist es, den Prototypen eines Lasers auf Siliziumbasis zu erforschen und zu entwickeln - unverzichtbare Voraussetzung, um künftig Mikrochips zu produzieren, die opto-elektronisch funktionieren. Mit diesem Vorhaben setzte sich das Konsortium unter Marburger Leitung in der Ausschreibung des BMBF zum Thema "Neuartige optische Wirkprinzipien" durch - nicht zuletzt dank der erfolgreichen Vorarbeit, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurde.

Der nun genehmigte Antrag sieht vor, dass die Verbundpartner unter anderem eine Herstellungsanlage für Silizium-basierte Laser entwickeln, "die künftig in einer Halbleiterfabrik stehen könnte", so Stolz. An der Kooperation sind deshalb neben dem Fraunhofer-Institut für Festkörperphysik in Freiburg und der Ruhr-Universität Bochum auch Unternehmen beteiligt; darunter befinden sich unter anderem zwei Ausgründungen der Philipps-Universität, nämlich "NAsP III/V GmbH" und "Dockweiler Chemicals GmbH", außerdem die Firmen "Osram Opto-Semiconductors" in Regensburg und "Aixtron AG" in Aachen.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Wolfgang Stolz,
Leiter des Zentralen Technologielabors
Tel.: 06421 28-25694
E-Mail: wolfgang.stolz@physik.uni-marburg.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de/wzmw/ctl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Klein bestimmt über groß?
29.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

nachricht Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet
29.03.2017 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten