Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Photonik-Know-how für europäische Unternehmen

29.10.2010
Photonik ist eine der Schlüsseltechnologien unserer Informationsgesellschaft – sie nutzt die einzigartigen Eigenschaften des Lichts für innovative Produkte.

Photonische Komponenten finden Anwendungen in der Kommunikationstechnologie, im Bereich erneuerbarer Energien. Sie erobern den Markt der Sicherheitstechnik und den medizinischen Sektor.

Das im Herbst an den Start gegangene Access Center „ACTMOST“ mit Experten aus 14 High-Tech-Forschungseinrichtungen – darunter auch das KIT – stellt europäischen Unternehmen Photonik-Know-how und -Infrastruktur zur Verfügung.

Eine lückenlose Kette kostenintensiver Hochtechnologien unter Beteiligung sehr qualifizierter Fachleute – zu solchen Strukturen im Bereich der Photonik haben Unternehmen in vielen Fällen keinen direkten Zugang. Um dieses Innovationshemmnis in Europa zu überwinden, haben sich nun Forschungseinrichtungen aus sechs europäischen Mitgliedsländern – aus Deutschland, Belgien, Finnland, Frankreich, Norwegen und Polen – zusammengeschlossen und eine bislang einmalige Einrichtung für Technologien der Mikrophotonik „aus einer Hand“ geschaffen.

„Der Name unseres europäischen Zentrums ACTMOST steht für ‚Access Center To Micro-Optics Expertise, Services and Technologies’, also für einen Anlaufpunkt in Sachen Expertise, Dienstleistungen und Technologien im Bereich der Mikrooptik“, erläutert Professor Hugo Thienpont, Koordinator der Initiative und Leiter des Photonikteams der Vrije Universiteit in Brüssel. „Unser Ziel ist es, europäischen Unternehmen frühzeitigen Zugang zu notwendigem Know-how und professionellen Spitzentechnologien zu öffnen, um die Entwicklung neuer Mikrophotonik-Produkte zu fördern.

Unsere Unterstützung umfasst dabei die gesamte Verfahrenskette — von der optischen Konzeption und dem Design, über Messung, Prototyperstellung, Replikation und Aufbautechnik bis hin zu Machbarkeitsnachweis, Zuverlässigkeitsprüfung und Kleinserienfertigung.“ Durch gezielte Zusammenarbeit der ACTMOST-Partner und praktische Schulung der Industriemitarbeiter in ihren Labors will die Initiative den Unternehmen umfassende Komplettlösungen bieten.

Von Seiten des KIT bringen das Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) und das Institut für Angewandte Informatik (IAI) Wissen und Technologien zur Herstellung mikrooptischer Komponenten und Systeme ein – zum Beispiel die Erfahrungen bei der Montage von Mikroteilen durch eine Mikromontagemaschine in einer Reinraumbox oder Kenntnisse zum LIGA-Verfahren. Auf der Basis von Tiefenlitographie und Abformung ermöglicht dieses Verfahren die Herstellung von Mikrostrukturen mit kleinsten Abmessungen aus den Materialien Kunststoff, Metall oder Keramik.

Ein besonderer Reiz für die Industrie: das ACTMOST-Angebot wird grundsätzlich finanziell umfassend durch die Europäische Kommission unterstützt. „Das Engagement wird dadurch für die Industrie risikofreier. Das senkt die Hürden für eine Zusammenarbeit und trägt zur Validierung der Technologien der Mikrophotonik mit Blick auf Produktinnovationen bei. So kann ACTMOST zur Sicherung der führenden Position der europäischen Industrie im Bereich mikrooptischer und mikrophotonischer Produkte beitragen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken sowie neue Arbeitsplätze schaffen“, so Thienpont. Derzeit wird der europäische Photonikmarkt, laut der Technologieplattform „Photonik 21“, auf 55 Milliarden Euro geschätzt – das sind mehr als 20 Prozent des weltweiten Produktionsvolumens dieses Industriezweiges.

„Insbesondere für die 5000 überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen in Europa, die auf dem Gebiet der Photonik arbeiten, ist ACTMOST eine einmalige Chance, praktisch ohne Kosten Zugang zu komplexen Technologien, neuesten Forschungsergebnissen und exzellenten Experten zu knüpfen“, so Dr. Jürgen Mohr, stellvertretender Koordinator von ACTMOST und verantwortlich für die Aktivitäten am Karlsruher Institut für Technologie. „ACTMOST ergänzt in idealer Weise das KIT-Konzept der High-Tech-Plattform zur Strukturierung und Charakterisierung funktionaler Materialien im Mikro- und Nanobereich, der Karlsruhe Nano Micro Facility, und der Wissenschaftsinfrastruktur EUMINAFAB (European infrastructure for micro- and nanofabrication and characterisation). Beide KIT-Initiativen ermöglichen Forschergruppen den Zugang zu KIT-Technologien. Die Teilnahme an der ACTMOST-Initiative ist also ein weiterer Baustein für die KIT-Mission, neue Ideen und Forschungsergebnisse in Innovationen zu überführen.“

Um europäische Unternehmen über die gesamte Bandbreite seiner Möglichkeiten zu informieren, wird ACTMOST am 3. Dezember 2010 in Brüssel seinen ersten Workshop für Industrieunternehmen veranstalten. Im Januar 2011 nimmt ACTMOST dann seine Arbeit im Dienste der europäischen Unternehmen auf. Weitere Informationen siehe http://www.actmost.eu .

Tatjana Rauch
Presse, Kommunikation und Marketing (PKM)
Tel.: +49 721 608-6047
Fax: +49 721 608-5681
E-Mail: tatjana.rauch@kit.edu

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.actmost.eu
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert
09.12.2016 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Elektronenautobahn im Kristall
09.12.2016 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie