Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optische Kontrolle magnetischer Effekte im Nanometer-Bereich

04.05.2011
Magnetooptische Effekte, die die Wechselwirkung von Licht mit magnetischen Materialien ausnutzen, sind bislang eher für grundlegende Untersuchungen relevant.

In Anwendungen spielen sie dagegen kaum eine Rolle. Über Plasmonen – elektronische Anregungen in Metallen mit Abmessungen im Nanobereich – ist während der letzten Jahre ein neuer Weg eröffnet worden, Licht auf Nanometerskalen zu konzentrieren.

Damit könnten plasmonische Schaltkreise gebaut werden, die auf diesen Größenskalen neben einer elektrischen auch eine optische Kontrolle zulassen. Es wäre ideal, wenn eine solche optische Kontrolle auch für die auf Festplatten gespeicherte Information möglich wäre.

Auf diese Weise könnten bisher nicht mögliche Schreib- und Auslesefrequenzen bis hinauf zu einer Billion Operationen pro Sekunde erreicht werden. Dazu müsste es möglich sein, die magnetischen Speicherelemente auf solchen Festplatten mit Abmessungen im Nanometerbereich optisch zu schalten. Auch hier könnte die magnetooptische Anregung von Plasmonen ausgenutzt werden.

Physikern der Technischen Universität Dortmund um Dr. Ilya Akimov ist es jetzt in Zusammenarbeit mit russischen und indischen Kollegen erstmals gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, in dem Magnetooptik und Plasmonik zusammengeführt werden können. Die im Labor des Lehrstuhls für Experimentelle Physik II realisierten Effekte sind bereits so vielversprechend, dass ihr Einsatz in elektronischen Bauelementen in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein sollte.

Auf Vorschlag von Dr. Vladimir Belotelov und seinen Kollegen von der Moscow State University wurden am Tata-Institute of Fundamental Research im indischen Mumbai Proben hergestellt, bei denen auf einem für rotes Licht durchlässigem ferromagnetischen Material (Wismut-Eisen-Granat) ein Goldfilm aufgebracht wurde. In den Goldfilm wurden im Abstand von einem halben Mikrometer 100 Nanometer breite Gräben eingebracht. Dadurch wird der Goldfilm, der ohne diese Gräben lichtundurchlässig wäre, in hohem Maße transparent für rotes Licht.

Mehr noch, die Durchlässigkeit von Licht durch dieses Schichtfolge kann abhängig von der Magnetisierung im Ferromagneten drastisch geändert werden, bis zu tausendmal mehr als bisher erreicht, wie die entsprechenden Untersuchungen an der TU Dortmund von Dr. Ilya Akimov und Kollegen gezeigt haben. Weitere Verbesserungen sollten durch Optimierung der verwendeten Proben leicht möglich sein.

Literaturhinweis
NATURE NANOTECHNOLOGY DOI: 10.1038/NNANO.2011.54
Weitere Informationen:
Dr. Ilya Akimov
Tel.: 0231/755 -3527
E-Mail: ilya.akimov@e2.physik.tu-dortmund.de

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dortmund.de
http://www.nature.com/nnano/journal/vaop/ncurrent/abs/nnano.2011.54.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Flashmob der Moleküle
19.01.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Verkehrsstau im Nichts
19.01.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie