Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Sonderforschungsbereich erforscht die Entstehung von Sternen

18.11.2010
9 Millionen für Physiker der Universität zu Köln

Großer Erfolg für die Kölner Physiker: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt den Sonderforschungsbereich 956 „Bedingungen und Auswirkungen der Sternentstehung – Astrophysik, Instrumentierung und Labor“.

Sprecher des Projekts und Antragsteller ist Professor Jürgen Stutzki vom I. Physikalischen Institut der Universität zu Köln. Der SFB wird in den nächsten vier Jahren mit rund 9 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Ziel des SFB ist es, die komplexen, bislang nur wenig verstandenen physikalischen und chemischen Bedingungen zu erforschen, durch die sich die interstellare Materie zu dichten Wolken zusammenballt und am Ende neue Sterne entstehen.

Das Forschungsprogramm reicht dabei von der Entwicklung der Sternentstehung über die Geschichte des Universums bis zur Mikrophysik der Reaktionsprozesse und beinhaltet astronomische Beobachtungen, deren astrophysikalische Interpretation, die Entwicklung neuer astronomischer Instrumente und die Untersuchung der mikrophysikalischen Prozesse im Labor.

Dabei soll gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Schweiz und den USA die spektrale Signatur dieser Phänomene nun im Submillimeter- und infraroten Bereich untersucht werden. Beteiligt an dem Projekt sind außer der Universität zu Köln auch die Universität Bonn, das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und die University of Michigan, USA.

Die überaus komplexen Entstehungsprozesse von Sternen im interstellaren Medium, kosmischen Dunkelwolken aus Gas und Staub, sind nur teilweise verstanden. Die physikalischen und chemischen Grundbedingungen der Entstehung werden durch eine große Vielfalt von Faktoren beeinflusst: Durch die energetische Rückwirkung junger Sterne auf die Umgebung, die chemische Zusammensetzung des umgebenden Mediums, durch Galaxienkollisionen und die Wechselwirkung von Gas-Jets und zentralen Winden in galaktischen Kernen. Um die Bedeutung und das Zusammenwirken dieser vielfältigen Faktoren zu verstehen, müssen physikalische und chemische Prozesse von der mikrophysikalischen Ebene bis zur großräumigen Rückwirkung der Sternentstehung auf eine Galaxie erforscht werden.

Möglich geworden ist die Erforschung der interstellaren Dunkelwolken durch die intensive Entwicklung der sogenannten ferninfraroten und Submillimeter-Spektroskopie. Dabei handelt es sich um unsichtbare Strahlung im Terahertz-Frequenzbereich. Die Kölner Arbeitsgruppe um Professor Stutzki gehört weltweit zu den führenden Arbeitsgruppen, die die Technologie der THz-Detektoren und Instrumente entwickelt haben. Sowohl die wissenschaftlichen wie technischen Fähigkeiten der Kölner ermöglichten schon in den vergangenen Jahren die Entwicklung und den Bau internationaler Spitzentechnologie. Dadurch konnten die Kölner Astrophysiker immer wieder an großen internationalen Forschungsprojekten teilnehmen, oft in gut etablierter Zusammenarbeit mit den Bonner Kollegen: Der ESA-Satellit „Herschel“, der im Mai letzten Jahres erfolgreich ins Weltall startete, ist mit Detektoren und Spektrometern aus Köln bestückt und das astronomische Beobachtungsprogramm mit Herschel ist zentraler Bestandteil der Forschung im neuen SFB. Das fliegende Observatorium SOFIA (Stratosphären-Observatorium für Infrarotastronomie ), nimmt Anfang 2011 seinen wissenschaftlichen Betrieb mit einem in Bonn und Köln gebauten astronomischen Instrument auf.

Bei Rückfragen: Professor Jürgen Stutzki, 0221 – 470-3494,
stutzki@ph1.uni-koeln.de
Internet:
Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit
26.06.2017 | Universität Bremen

nachricht NAWI Graz-Forschende vermessen Lichtfelder erstmals in 3D
26.06.2017 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie