Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Rechencluster des Zentrums für Teilchen- und Astrophysik des Exzellenzclusters Universe

25.07.2013
Der neue Rechencluster des rechnergestützten Zentrums für Teilchen- und Astrophysik (C2PAP) des Exzellenzclusters Universe hat seinen Betrieb am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Er unterstützt die Astro- und Teilchenphysiker aller acht Exzellenzcluster Universe-Partnerinstitute bei der schnellen Gewinnung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.


Die Hardware des C2PAP-Rechenclusters am Leibniz-Rechenzentrum: Die Wissenschaftler des Exzellenzclusters Universe können hier experimentelle Daten verarbeiten und analysieren und in Kombination mit Simulationen neue Entdeckungen in der Astro- und Teilchenphysik voranbringen.

Der Bedarf an Rechen- und Entwicklungskapazitäten in der Astro- und Teilchenphysik ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und wird in Zukunft weiter steigen. Denn Vorhersagen in Form komplexer Simulationen auf der Basis theoretischer Modelle werden für die Wissenschaftler immer wichtiger: Teilchenphysiker wollen bestimmen, mit welchen theoretischen Modellen sich die in Beschleunigerexperimenten am CERN und an anderen Einrichtungen gefundenen Teilchenreaktionen reproduzieren lassen.

Einen Durchbruch stellte kürzlich die Entdeckung des Higgs-Teilchens am Large Hadron Collider (LHC) am CERN dar. Ähnlich ist es in der Astrophysik: Simulationen zur Bildung und Entwicklung kosmischer Strukturen sind inzwischen in einer bisher nicht erreichten Präzision möglich. Außerdem gibt es eine Reihe von aktuellen oder in Planung befindlichen Großprojekten, wie etwa dem Dark Energy Survey (DES), dem Südpol-Teleskop (SPT), der Planck-Mission, eRosita, Euclid und LOFAR, die das Weltall mit einer bisher unerreichten Genauigkeit untersuchen. Um diesen stetig wachsenden Bedürfnissen Rechnung zu tragen, hat der Exzellenzcluster Universe in der zweiten Förderrunde der Exzellenzinitiative ein eigenes rechnergestütztes Zentrum für Teilchen- und Astrophysik (Computational Center for Particle and Astrophysics, kurz: C2PAP) gegründet.

Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Exzellenzcluster Universe und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), hat die Firma IBM kürzlich 128 Intel Sandy-Bridge-Rechenknoten und die Hardware für ein Mellanox FDR-Infiniband-Hochgeschwindigkeitsnetz geliefert. Der vom LRZ betriebene und administrierte C2PAP-Rechencluster verfügt damit über mehr als 2.000 Rechenkerne, die im Wesentlichen High-Memory-Ausführungen derjenigen des Supercomputers „SuperMUC“ sind. Im Juli hat der neue C2PAP-Rechencluster seinen Betrieb am LRZ aufgenommen. Experimentelle Daten können nun dort verarbeitet, analysiert und kalibriert werden. In Kombination mit Simulationen können so Entdeckungen in der Kosmologie und die Entwicklung kosmischer Strukturen vorangetrieben werden.

Der Rechencluster passt sehr gut in die vorhandene Infrastruktur und liefert eine 60 GBit/s-Verbindung zu dem 10-Petabyte GPFS-Dateisystem am SuperMUC. Darüber hinaus hat er auch ein eigenes paralleles GPFS-Dateisystem mit einer Kapazität von etwa 300 Terabyte. Zudem ist seine Architektur fast identisch mit der des SuperMUC. Das vereinfacht die Portierung sehr großer Simulationen auf das Petaflops-System SuperMUC. Auch wird der C2PAP-Rechencluster - wie der SuperMUC und andere Hochleistungsrechner am LRZ - mit Wasser gekühlt und kann daher besonders energieeffizient betrieben werden.

Die Teilchen- und Astrophysiker des Exzellenzclusters Universe werden von fünf wissenschaftlichen Mitarbeitern unterstützt, die Erfahrung auf dem Gebiet des Hochleistungsrechnens haben. Ein C2PAP-Mitarbeiter ist am LRZ stationiert und in das Administratorenteam am LRZ integriert, während die anderen vier am Exzellenzcluster Universe arbeiten. Sie kümmern sich um aktuelle Rechentrends und um die Entwicklung von Algorithmen sowie von neuen und bestehenden Codes für den C2PAP-Rechencluster, den SuperMUC und andere Supercomputer.

Der Exzellenzcluster wurde im Jahr 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative an der Technischen Universität München (TUM) gegründet. Er hat sich seither zu einem der weltweit größten und aktivsten Forschungszentren auf den Gebieten der Kern- und Teilchenphysik, Astrophysik und Kosmologie entwickelt. Zum Forschungsverbund zählen Physiker der TUM und der LMU München, weitere Partner sind die Max-Planck-Institute für Physik (MPP), Astrophysik (MPA), extraterrestrische Physik (MPE) und Plasmaphysik (IPP), die Europäische Südsternwarte (ESO) und das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ).

Kontakt (Exzellenzcluster Universe)
Prof. Dr. Joseph Mohr
C2PAP Coordinator
Ludwig-Maximilians-Universität München
Fakultät für Physik
Tel. +49.89.2180-6001
E-Mail: mohr@usm.lmu.de
Pressekontakt (Exzellenzcluster Universe)
Petra Riedel
PR Manager
Technische Universität München
Tel. +49.89.35831.7105
E-Mail: petra.riedel@universe-cluster.de
Kontakt:
Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ludger Palm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Mail: presse@lrz.de, Tel. +49 89 35831-8792
Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften auf dem Forschungscampus in Garching ist der Dienstleister auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung für die Münchner Hochschulen. Es stellt mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur für die Wissenschaften bereit und betreibt umfangreiche Datensicherungssysteme (Archivierung und Backup). Darüber hinaus ist das LRZ nationales Supercomputing Centre und Teil des Gauss Centre for Supercomputing, das von den drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren (Garching, Jülich, Stuttgart) gebildet wird.

Dr. Ellen Latzin | idw
Weitere Informationen:
http://www.universe-cluster.de
http://www.dfg.de
http://www.lrz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt
17.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen
17.10.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik