Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Radioteleskope für das Geodätische Observatorium Wettzell: Wo liegt die Erde im Weltraum?

26.04.2013
Das Geodätische Observatorium Wettzell hat heute zwei neue Radioteleskope eingeweiht.

Die TWIN-Teleskope ermöglichen den Wissenschaftlern präzisere radioastronomische Messungen mit einer größeren Datenausbeute. Sie tragen künftig wesentlich zur Bestimmung der Erdrotation und der Lage der Erde im Raum bei. Dies bildet eine Grundlage für moderne Navigationssysteme, Raumfahrtprogramme und Beobachtungen von Veränderungen der Erdstruktur.


Die neuen TWIN-Teleskope des Geodätischen Observatoriums in Wettzell
Foto: TUM

Das Geodätische Observatorium feiert heute zugleich sein 40-jähriges Bestehen. Die Technische Universität München (TUM) betreibt die Einrichtung gemeinsam mit dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie.

Genauer, stabiler und eine bessere Datenausbeute – das waren die Ziele, die sich eine internationale Gruppe von Geodäten vor acht Jahren für die Entwicklung neuer radioastronomischer Messverfahren setzte. Am Konzept, das sie erarbeiteten, waren auch Wissenschaftler des Geodätischen Observatoriums in Wettzell beteiligt. Ein wesentliches Element wurde nun heute nach fünf Jahren Bauzeit in Wettzell im Bayerischen Wald eingeweiht: die TWIN-Radioteleskope haben einen Durchmesser von 13.2 Metern.

Die TWIN-Teleskope bieten mehrere technologische Vorteile:
• Die Teleskope lassen sich sehr schnell schwenken. So können die Forscher in der gleichen Messzeit wie bislang Daten von deutlich mehr Quellen aufzeichnen.
• Eine neue Empfängertechnologie ermöglicht die Registrierung von Daten über einen breiteren Frequenzbereich. So kann zudem Störungen durch Handys ausgewichen werden.
• Dank der äußerst präzise gearbeiteten Spiegeloberfläche arbeiten die Teleskope sehr effizient.

In Kombination mit dem 20-Meter-Radioteleskop des Observatoriums können die Forscher künftig Beobachtungen anstellen, die bislang nicht möglich waren. Dabei arbeiten sie mit anderen Observatorien weltweit zusammen. Weitere TWIN-Teleskope entstehen beispielsweise in Spanien, Norwegen und Schweden.
Das wesentliche Ziel der Messungen ist die Bestimmung der Erdrotation und der Lage der Erde im Raum. Dies ist für verschiedene Einsatzgebiete entscheidend:
• Ohne die Kenntnis der Lage der Erde könnten Raumsonden nicht an ihren Einsatzort gesteuert werden.
• Das globale Koordinatensystem, das die Wissenschaftler mit den Daten erstellen können, ermöglicht Veränderungen der Erde zu beobachten – zum Beispiel einen Anstieg des Meeresspiegels.
• Ein solches Bezugssystem ist auch Voraussetzung für GPS-Navigation und Geoinformationssysteme.

An der Einweihung der TWIN-Teleskope nahmen die Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelia Rogall-Grothe, sowie der Vizepräsident der International Association of Geodesy (IAG), Prof. Harald Schuh, teil.

40 Jahre Geodätisches Observatorium Wettzell

Das Geodätische Observatorium Wettzell ist eine der wichtigsten Einrichtungen seiner Art. Es sticht vor allem durch die Vielzahl an Messinstrumenten hervor. Als sogenannte Fundamentalstation hat es die Aufgabe, die Position eines Referenzpunktes im Weltraum mit höchster Präzision über lange Zeiträume zu vermessen. Weltweit existieren nur sechs weitere vergleichbare Observatorien.

Auslöser für die Gründung des Geodätischen Observatoriums war ein Sonderforschungsbereich der DFG, auf dessen Initiative hin das 20-Meter-Radioteleskop gebaut wurde. Der Sonderforschungsbereich ging später in die dauerhafte Forschungsgruppe Satellitengeodäsie über. An ihr sind das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), das Deutsche Geodätische Forschungsinstitut (DGFI), das Institut für Geodäsie und Geoinformation (IGG) der Universität Bonn sowie zwei Einrichtungen der TUM beteiligt: das Institut für Astronomische und Physikalische Geodäsie (IAPG) sowie die Forschungseinrichtung Satellitengeodäsie (FESG).

Zur Feier lädt das Geodätische Observatorium Wettzell am Samstag, 27. April, von 10 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.
Weitere Informationen:

Geodätisches Observatorium Wettzell:
http://www.fs.wettzell.de/
Rotation der Erde erstmals unmittelbar gemessen:
http://portal.mytum.de/pressestelle/pressemitteilungen/NewsArticle
_20111220_100621

Kontakt:
Prof. Dr. Urs Hugentobler
Technische Universität München
Forschungseinrichtung Satellitengeodäsie
T: +49 89 289 231 95
E: urs.hugentobler@bv.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fesg.bv.tum.de/fesg.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie