Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

National Center for Radiation Research in Oncology Dresden / Heidelberg gegründet

21.09.2010
Bundesforschungsministerin Schavan und Sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer geben Startschuss für zukunftsweisendes Forschungszentrum / OncoRay Dresden verbindet sich mit HIRO aus Heidelberg

Mit der Enthüllung einer Stele fällt am Dienstagnachmittag (21. September) der Startschuss für das „National Center for Radiation Research in Oncology Dresden/Heidelberg“.

Die Forschungscluster OncoRay in Dresden sowie HIRO in Heidelberg schließen sich zusammen und verfügen so gemeinsam über eine Infrastruktur und Kompetenz in der Strahlenfor-schung, die selbst im internationalen Vergleich ihresgleichen sucht. An der Gründungsveranstaltung auf dem Campus der Dresdner Universitäts-medizin nahmen neben den Vertretern der Trägerinstitutionen aus Dresden und Heidelberg die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Annette Schavan, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, sowie Vertreter aus Wissenschaft und Politik teil.

„Das Nationale Zentrum kann einen bedeutenden Beitrag zur besseren Heilung von Krebserkrankungen leisten, nicht zuletzt dank der vorbildlichen Zusammenarbeit exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“, zeigte sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan überzeugt. „Die Gründung dieses Zentrums ist ein gelungenes Beispiel für die Deutsche Einheit“, unterstrich die Ministerin angesichts des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung auch die gesellschaftliche Bedeutung der Kooperation zwischen Dresden und Heidelberg. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, würdigte die Gründung des „National Center for Radiation Research in Oncology Dresden/Heidelberg“ als einen Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit der DresdnerForschungseinrichtungen sowie der Hochschulmedizin. "Oncoray entwickelt mit seiner Kompetenz in der Strahlenforschung modernste Therapiemöglichkeiten gegen den Krebs und erhöht damit die Heilungschancen von erkrankten Patienten. Es ist ein starker Partner in den „Life Sciences“ in Dresden und einer der Innovationsmotoren in der Spitzenforschung. Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Heidelberg wird auch in Zukunft diese Infrastruktur und gebündelte Kompetenz in der Strahlenforschung weltweit zur absoluten Spitzengruppe gehören", sagte die Wissenschaftsministerin und dankte in diesem Zusammenhang dem Bund und den an diesem Zentrum beteiligten Institutionen für die gute Kooperation. Auch die Landesexzellenzinitiative im Freistaat Sachsen habe den Weg für das Nationale Zentrum geebnet. Außerdem betonte Prof. Sabine von Schorlemer, dass die Gesundheitswirtschaft aufgrund des medizinischen Fortschritts und des demografischen Wandels inzwischen eine tragende Säule der Wertschöpfung geworden sei.

„Wir freuen uns, gemeinsam mit den Kollegen aus Heidelberg den Titel „National Center for Radiation Research in Oncology“ zu erhalten. Diese Auszeichnung sehen wir als Würdigung unserer seit mehr als zehn Jahren intensiv vorangetriebenen Forschungsarbeit“, so die beiden Sprecher des neuen OncoRay-Zentrums, Prof. Michael Baumann und Prof. Roland Sauerbrey (FZD). OncoRay ist eine gemeinsame Einrichtung der TU Dresden, des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden sowie des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf. Im Mittelpunkt der neuen Forschungseinrichtung in Dresden steht die Protonentherapie.

„Auf dem Campus der Dresdner Hochschulmedizin werden Wissenschaftler und Ärzte den Einsatz von Protonen in der Krebstherapie patientennah und jenseits kommerzieller Zwänge weiterentwickeln“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. Vorteil dieser ersten Protonentherapieanlage Ostdeutschlands ist, dass Patienten frühzeitig von weiteren Innovationen dieser noch neuen Therapieform profitieren werden. Das ist ein wesentlicher Grund für das Universitätsklinikum, sich an der Millioneninvestition zu beteiligen. „Um innovative Ergebnisse in der onkologischen Strahlenforschung zu erzielen, ist ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Physikern und Biologen notwendig. Dieses ist in Dresden vorhanden“, so der Wissenschaftliche Direktor des FZD, Prof. Roland Sauerbrey, „und zeigte sich zuletzt an den ersten erfolgreichen Zellbestrahlungen mit laserbeschleunigten Protonen, die an unserem Hochleistungslaser Draco im Forschungszentrum erst vor kurzem durchgeführt wurden.“ Neben der Erforschung neuer Strahlenarten entwickeln die Forscher von OncoRay unter anderem molekulare Medikamente, mit denen Tumorzellen empfindlicher für die Strahlentherapie werden. Ein weiteres Ziel der Wissenschaftler ist die Entwicklung biologischer Bildgebungsverfahren mit denen sich Tumorpatienten präziser und gleichzeitig individueller behandeln lassen.

Auch Heidelberg ist ein Vorreiter in der Strahlentherapieforschung: „Mit dem Heidelberger Institut für Radioonkologie HIRO verfügen wir über ein international besonders herausragendes Forschungscluster auf dem Gebiet der Strahlenforschung in der Onkologie“, sagt Professor Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums. HIRO vereinigt die Strahlentherapieforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem Heidelberger Ionenstrahltherapiezentrum HIT am Universitätsklinikum Heidelberg, sowie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). So ist das Ende 2009 in Betrieb genommene HIT die europaweit einzige Ionenstrahltherapie-Anlage, die nicht nur Protonen, sondern auch schwere Ionen zur Bestrahlung bei Krebspatienten einsetzt. An der Entwicklung dieser Schwerionen-Therapie war auch das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf beteiligt. Weltweit einmalig ist die drehbare Gantry, mit der der Therapiestrahl so um den Patienten herumgeführt wird, dass der Tumor von allen Seiten bestrahlt werden kann. Ebenso prominent sind die Entwicklungen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zur Präzision der Bestrahlung durch intensitätsmodulierte Strahlenfelder oder die molekularbiologisch optimierte Therapie, die etwa darauf zielt, das Therapieansprechen von Tumoren durch den Nachweis molekularer Marker vorherzusagen.

Parallel zur Gründung des Nationalen Zentrums für Strahlenforschung in der Onkologie startet in Dresden das Bauvorhaben für eine patientenorientierte Forschungs- und Entwicklungsplattform für innovative Technologien zur Diagnostik und Strahlenbehandlung. Weltweit einmalig an dem Forschungsvorhaben ist, dass in dem bis 2013 fertig gestellten Neubau neben einem konventionellen Protonenbeschleuniger ein zweites Gerät aufgebaut wird, das die Protonen mithilfe von Laserstrahlen beschleunigt. Obgleich die neue Lasertechnologie die Teilchen mit einem wesentlich geringeren technischen wie finanziellen Aufwand beschleunigen kann, erwarten die Forscher von der Wirkungsweise und Intensität des Verfahrens Vorteile gegenüber den derzeitigen Geräten. Um dies wissenschaftlich überprüfen zu können, ist die neue Anlage so konzipiert, dass die konventionell und die per Laser beschleunigten Teilchen in das selbe Forschungslabor geleitet werden können. Mit dem mittelfristig entwickelten und aufgebauten Laser-Protonenbeschleuniger können dann auch Patienten behandelt werden. „Damit entsteht eine Hochtechnologieplattform zur patientenorientierten Forschung, die in dieser Form weltweit einmalig ist“, sind Prof. Baumann und Prof. Sauerbrey überzeugt. „Unsere beiden Standorte ergänzen sich in hervorragender Weise, gemeinsam bilden wir das gesamte Spektrum der Strahlentherapieforschung ab“, betonten die Initiatoren des Nationalen Zentrums Radiation Research in Oncology Dresden/Heidelberg, Michael Baumann und Otmar Wiestler. „Nur durch strategische Partnerschaften, in die auch die Industrie einbezogen werden muss, können wir im internationalen Wettbewerb bestehen.“

Kontakte
Heidelberger Institut für Radioonkologie (HIRO) c/o Deutsches Krebsforschungszentrum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Stefanie Seltmann
Telefon: +49 6221 42 2854
Fax: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
OncoRay – Zentrum für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie
c/o Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Pressestelle
Holger Ostermeyer
Telefon +49 351 458 41 62
Mobil: +49 162 255 08 99
Fax: +49 351 449 210 505
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf e. V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christine Bohnet
Tel.: +49 351 260 24 50
Mobil: +49 160 96 92 88 56
Fax: +49 351 260 27 00
E-Mail: c.bohnet@fzd.de
Universitätsklinikum Heidelberg
Pressestelle
Dr. Annette Tuffs
Tel.: +49 6221 56 45 36
Fax: +49 6221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de
http://www.oncoray.de
http://www.fzd.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Astrophysik

nachricht Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt
22.06.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften