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NASA testet Satelliten in Briefmarken-Größe

29.04.2011
Allerforschungs-Winzlinge imitieren Weltraumstaub

Nicht nur Geräte der Unterhaltungselektronik, sondern auch jene zur Erkundung des Weltraums werden immer kleiner. Das Extrembeispiel dafür liefern Forscher der Cornell University mit ihrer Entwicklung "Sprite". Das 2,5 Zentimeter große, rechteckige Objekt vom Aussehen eines Mikrochips könnte der Prototyp der Satelliten der Zukunft sein, mit denen die Tiefen des Alls erkundet werden. Nach drei Jahren Entwicklung schickt die NASA am heutigen Freitag drei Stück davon zu Testzwecken in die Lüfte.


Mini-Satellit: Sendet und fliegt ohne Antrieb (Foto: Cornell University)

Erforschung des Saturns

Satelliten der Größe einer Grapefruit sind schon seit einiger Zeit im Einsatz. Während Modelle wie etwa "CubeSats" nur die Funktionsweise eines herkömmlichen, größeren Satelliten nachahmen, ist bei "Sprite" die Flugdynamik allerdings deutlich anders. Dank ihres Miniformats und des geringen Gewichts wollen die Forscher erreichen, dass sie sich so wie interstellarer Staub verhalten. Ganz ohne Treibstoff könnte man sie somit bis in die Tiefen des Alls segeln lassen. "Erstmals testen wir, wie sich die Flugdynamik für neue Formen der Weltraumerkundung eignet", erklärt Forschungsleiter Mason Peck.

Schon in einem Jahrzehnt könnten Mini-Satelliten nach dem Sprite-Vorbild die Saturnatmosphäre erforschen. Zum Einsatz würden dabei laut den Vorstellungen der Wissenschaftler gleich ganze Schwärme der Objekte kommen, die etwa in Sonnenwinde geblasen werden und jeweils Informationen an die Erde zurücksenden. Eine denkbare Aufgabe für sie ist die Untersuchung der Saturnatmosphäre nach ihrer Strahlung, Chemie und Partikeleinschlägen.

Test an der ISS

Die Space-Shuttles Endeavour wird bei ihrem heutigen letzten Flug drei Stück der Winzlinge auf die Internationale Raumstation ISS mitnehmen. Dort sollen sie an der Außenseite montiert werden und ein Jahr lang den Bedingungen im All standhalten. Während dieser Zeit werden sie bereits ständig in Kommunikation mit der Erde bleiben - zwar mit derselben Frequenz, allerdings mit unterschiedlichen Signalen, um sie noch unterscheiden zu können.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cornell.edu

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