Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NASA: Launchsystem für Nanosatelliten startklar

16.05.2013
Einfacher Massenstart technisch und wissenschaftlich interessant

Die NASA hat mit dem "Nano Launch Adapter System" (NLAS) eine Lösung entwickelt, die bis zu 24 Nanosatelliten gleichzeitig fasst und diese somit einfach bei einem Raketenstart in die Erdumlaufbahn bringen kann.


Kleinstsatelliten-Launcher: hat großes Potenzial (Foto: NASA Ames)

Das System, das praktisch als Ballast mit anderen, größeren Nutzlasten abheben könnte, ist der US-Weltraumagentur zufolge startklar und soll noch dieses Jahr unter Beweis stellen, wie gut es für den Start ganzer Schwärme winziger Satelliten in CubeSat-Bauweise http://www.cubesat.org geeignet ist.

"Ein Launch-Adapter-System, auf dem mehrere CubeSats Platz finden, hat jedenfalls den Vorteil, dass der Start für einzelne Betreiber billiger werden kann", meint Otto Koudelka, Leiter des Projekts TUGSAT http://www.tugsat.tugraz.at an der TU Graz, im Gespräch mit pressetext.

Seiner Ansicht nach hat solch ein System großes Potenzial, da die winzigen Satelliten - eine Einzeleinheit ist nur zehn mal zehn mal zehn Zentimeter groß, doch sind auch Mehrfacheinheiten möglich - für Wissenschaft und technische Forschung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es gibt bereits Projekte, für die eine große Zahl der Nanosatelliten koordiniert gestartet werden muss.

Nützliche Winzlinge

Der Grazer TUGSAT-1 war diesen Februar einer der beiden ersten österreichischen CubeSats, die erfolgreich gestartet sind. Die kompakten Satelliten sind aber längst nicht nur im akademischen Bereich interessant. "Die Weltraumagenturen entdecken diese Technologie für sich, weil sie die Option bieten, neue Technologie relativ schnell und einfach auszuprobieren", erklärt Koudelka. So können beispielsweise neue Sensorsysteme oder Elektronikkomponenten für große Missionen getestet werden. "Das bietet die Möglichkeit der Weltraumqualifikation mit relativ geringer Vorlaufzeit und Kosten", betont der Fachmann.

Allein daraus ergibt sich schon ein Interesse an Lösungen, mit denen einfacher mehr Nanosatelliten gestartet werden können. Hinzu kommen Projekte, die auf große Schwärme und auch größere CubeSat-Systeme setzen. Ein Beispiel dafür ist das EU-Projekt QB50 http://www.qb50.eu , das 50 Doppel- und Dreifacheinheiten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen will, um unter anderem die höhere Atmosphäre und den atmosphärischen Wiedereintritt von Raumfahrzeugen zu studieren. Zwar wird hier Koudelka zufolge ein eigenes Launch-System zum Einsatz kommen, doch unterstreicht QB50 deutlich den Bedarf an Lösungen wie NASAs NLAS.

Massenstart in Sicht

Das Launch-System fasst 24 CubeSat-Einheiten, also maximal 24 Satelliten in der kompaktesten Bauweise oder entsprechend weniger Mehrfacheinheiten. NASA-Ingenieure gehen davon aus, dass bei einem Raketenstart mehrere NLAS-Einheiten gestapelt und somit potenziell Dutzende Satelliten gleichzeitig in die Erdumlaufbahn befördert werden könnten. Die Lösung ist auch darauf ausgelegt, mehrere Satelliten nacheinander in gewünschten Konfigurationen auszusetzen.

"Wir erwarten, dass dies die Möglichkeiten der NASA verbessern wird, Kleinstsatelliten-Missionen als Sekundär-Payload zu starten", betont David Korsmeyer, Leiter Technik am NASA Ames Research Center. Denn jeder Raketenstart erfordert ein genaues Austarieren mittels Ballast. Statt wirklich nutzloser Last könnten dafür aber auch Nanosatelliten und auch ein passendes Launch-System wie eben NLAS herhalten. Umso mehr der winzigen Satelliten so praktisch als Extra-Nutzlast mitfliegen können, desto billiger wird so letztlich der Start für jede einzelne Mission.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cubesat.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau
17.11.2017 | Universität Ulm

nachricht Zwei verdächtigte Sterne unschuldig an mysteriösem Antiteilchen-Überschuss
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte