Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NASA entwickelt Weltraum-Harpune

14.12.2011
Gerät soll Probenziehung von Planeten und Kometen erleichtern

Die NASA arbeitet daran, die Probenentnahme von der Oberfläche von Planeten und Kometen stark zu vereinfachen. Dank einer Weltraum-Harpune soll eine Landung zur Sicherung von Samples nicht mehr zwingend erforderlich sein. In einem eigens eingerichteten Labor ermittelt man nun die optimalen Eigenschaften für das Fanggerät in den Weiten des Alls.

Niedrige Gravitation als Herausforderung
Bislang war die Ziehung von Bodenproben immer mit großem Aufwand und Risiko verbunden. Unterschiedliche Ziele bieten unterschiedliche Voraussetzungen. Besonders schwer gestaltet sich die Landung von Sonden etwa auf Kometen, da diese in der Regel nur sehr wenig Anziehungskraft aufweisen. Mit der Harpune soll daher das Aufsetzen auf der Oberfläche nicht mehr notwendig sein.

Ein Video der NASA demonstriert, wie eine solche Mission künftig aussehen könnte. Während das Einsetzen eines Drillers oder eines Schaufelmechanismus dazu führen würde, sich selbst von der Oberfläche eines durch das All reisenden Gesteinsbrockens zu befördern, könnte man das Raumschiff über das angeseilte Geschoss sogar in der Oberfläche verankern.

Ist die Spitze tief genug in den Untergrund eingedrungen, soll sich der innere Behälter schließen und aus seiner Ummantelung ziehen lassen. Darin würden, nach der Rückkehr der Sonde, die Forscher dann die Bodenprobe finden.

Harpunen-Labor in Betrieb
Bei der US-Weltraumagentur hat man nun ein eigenes Testlabor eingerichtet, um das Konzept einsatztauglich zu machen. Es gilt herauszufinden, wie die Spitze der Harpune beschaffen sein und mit welcher Energie sie abgeschossen werden muss, um in Oberflächen verschiedener Beschaffenheit eindringen zu können.

Während der Abschussmechanismus für die Testversuche wie eine Ballista funktioniert, soll im All selbst mit Sprengstoff hantiert werden, um die Harpune in die Oberfläche zu jagen.

Die Probenziehung von Kometen ist, so die NASA, wichtig für die Erforschung der Vergangenheit unseres Sonnensystems. Man hofft sogar Aufschlüsse über die Entstehung des Lebens auf der Erde auf diesem Wege zu finden. Das nächste Weltraumvehikel, das Samples von einem der fliegenden Steinbrocken sammeln soll, ist OSIRIS-REx. Starten soll die Sonde 2016, die Rückkehr ist für 2023 vorgesehen.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.nasa.gov

Weitere Berichte zu: Bodenprobe Harpune Komet Landung NASA Planet Probenziehung Weltraum-Harpune ultraschnelle Sonde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten
21.08.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Ein Hauch von Galaxien im Zentrum eines gigantischen Galaxienhaufens
21.08.2017 | Universität Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik