Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanoforscher Dr. Daniel Wegner baut Arbeitsgruppe an der WWU auf

12.11.2009
Der Physiker und Nanoforscher Dr. Daniel Wegner erhält eine herausragende Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): Die DFG stellt ihm im Rahmen des Emmy-Noether-Programms für fünf Jahre rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, um am Physikalischen Institut der Universität Münster sowie am münsterschen CeNTech ("Center for NanoTechnology") eine neue Forschergruppe aufzubauen.

Das Emmy-Noether-Programm der DFG ist eines der prestigeträchtigsten Förderprogramme, das talentierten Nachwuchswissenschaftlern in einer frühen Phase ihrer Karriere den Aufbau und die eigenständige Leitung einer Forschergruppe in Deutschland ermöglicht.

Bei der in diesem Programm vorgesehenen freien Standortwahl hat Wegner, der zuvor drei Jahre lang an der renommierten University of California in Berkeley (USA) geforscht hat, sich aufgrund optimaler Rahmenbedingungen für die WWU Münster entschieden. "Ich habe sofort gemerkt, dass die aktive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Münster sehr ernst genommen und ambitioniert verfolgt wird", so Wegner. Damit ist es der WWU gelungen, einen vielversprechenden jungen Wissenschaftler aus den USA zurückzugewinnen.

Ziel seines Forschungsprogramms ist die Herstellung und Untersuchung molekularer Magnete auf leitenden Oberflächen im sogenannten "bottom-up-Verfahren", das heißt: Atom für Atom. Dazu nutzt Wegner ein Rastertunnelmikroskop, mit dem einzelne Atome und Moleküle nicht nur beobachtet, sondern auch mit höchster Präzision bewegt und miteinander verbunden werden können. Diese innovative Strategie ermöglicht es, genau zu untersuchen, welche Eigenschaften molekulare Magnete besitzen und wie diese durch den Kontakt mit einer Elektrode - zum Beispiel in einem Elektronik-Schaltkreis - beeinflusst werden.

Die Motivation für seine Forschung sieht Wegner in der fortschreitenden Miniaturisierung der Computer- und Verbraucher-Elektronik, welche in den vergangenen Jahrzehnten mit stark wachsender Geschwindigkeit von der High-Tech-Industrie vorangetrieben wurde und für immer leistungsfähigere Geräte sorgte. Doch schon bald droht dieses Wachstum zu stagnieren: Die Elektronik-Bausteine werden so klein, dass sie nicht mehr den üblichen Gesetzen der Elektronik gehorchen - in dieser "Miniaturwelt" dominieren quantenphysikalische Effekte.

"Um auch in Zukunft die derzeit gewohnte Leistungssteigerung von IT-Technologien ermöglichen zu können, müssen wir besser verstehen, welchen Gesetzen Elektronikbausteine auf der Nanoskala gehorchen", so Wegner. Dieses Problem sei aber auch als große Chance zu begreifen, denn vollkommen neue Formen der Datenverarbeitung könnten in Zukunft möglich sein - beispielsweise Quantencomputer.

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Physik.PI/
http://www.centech.de/index.php?Script=1&Lang=de&SW=1280

Weitere Berichte zu: Atom DFG Emmy-Noether-Programm Magnet Nanoforscher WWU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Sternenstaub reist häufiger in Meteoriten mit als gedacht
15.08.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie