Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie sich Nanocluster maßschneidern lassen

28.02.2011
Physiker der Universität Jena starten Kooperationsprojekt mit Kollegen aus Kapstadt / Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt das Vorhaben für drei Jahre

Größer, schneller, leistungsfähiger – die Entwicklung der Computertechnik scheint nur eine Richtung zu kennen. Doch lässt sich etwa die Speicherkapazität von Festplatten nicht beliebig weiter steigern. Irgendwann ist eine physikalische Grenze erreicht. Weltweit wird daher an neuen Konzepten zur Datenspeicherung geforscht, beispielsweise an sogenannten magnetischen Nanoclustern. Bis diese jedoch den Speichermedienmarkt revolutionieren, ist noch eine ganze Menge Grundlagenforschung zu leisten.


Physik-Doktorand Sebastian Geburt von der Uni Jena wird zusammen mit südafrikanischen Doktoranden in Jena die Nanocluster herstellen und strukturell untersuchen. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU


Mit dem Ionenbeschleuniger ROMEO wollen Physiker der Uni Jena und der „iThemba LABS“ aus Kapstadt magnetische Nanocluster herstellen. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Physiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena starten jetzt mit Kollegen der südafrikanischen „iThemba LABS“ in der Nähe von Kapstadt ein neues Forschungsprojekt zu diesem Thema. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Research Foundation (NRF) of South Africa fördern das Projekt mit dem Titel „Synthese und Formung von magnetischen Nanoclustern in Oxiden durch Ionenimplantation“ in den kommenden drei Jahren mit rund 66.600 Euro. Eines der wichtigsten Ziele des gemeinsamen Vorhabens ist der Austausch von Studierenden und Doktoranden beider Einrichtungen.

„Inhaltlich wird es vor allem um Grundlagenforschung gehen“, erläutert Prof. Dr. Carsten Ronning. Der Direktor des Institutes für Festkörperphysik der Universität Jena hat das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Krishanlal Bharuth-Ram von den „iThemba LABS“ initiiert. Mithilfe von Ionenbeschleunigern wollen die Forscher magnetische Nanocluster in einer oxidischen Matrix herstellen. Diese entstehen, wenn Cobalt- oder Eisenatome z. B. in eine Zink- oder Siliziumoxid Schicht geschossen und anschließend erhitzt werden. Welchen Einfluss die Herstellungsbedingungen, z. B. die Temperatur, auf Größe, Form und Eigenschaften der entstehenden Nanocluster haben, das wollen die Physiker in den kommenden drei Jahren untersuchen.

„Die Ausbildung der Nachwuchsforscher steht bei diesem Projekt im Vordergrund“, erklärt Projektleiter Ronning. Dazu nutzen die Wissenschaftler die gute Ausstattung im Jenaer Institut, etwa mit den beiden Ionenbeschleunigern ROMEO und JULIA, um die Nanocluster zu synthetisieren. So wird Physik-Doktorand Sebastian Geburt aus Prof. Ronnings Team zusammen mit Doktoranden aus Kapstadt in Jena die Nanocluster herstellen und strukturell untersuchen. „Anschließend werden die magnetischen Eigenschaften der Cluster vorwiegend in Kapstadt charakterisiert“, so Sebastian Geburt.

Geplant sind Forschungsaufenthalte südafrikanischer Nachwuchswissenschaftler von einem bis zu sechs Monaten an der Jenaer Universität. Jenaer Physiker werden noch dieses Jahr zu einem ersten Besuch nach Kapstadt aufbrechen: Dann findet das Kick-Off Meeting zum gemeinsamen Projekt in den „iThemba LABS“ statt.

Kontakt:
Prof. Dr. Carsten Ronning
Institut für Festkörperphysik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Helmholtzweg 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947300
E-Mail: Carsten.Ronning[at]uni-jena.de

Jette Fröhlich | Uni Jena
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften