Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multifunktions-Werkzeug für die Nanotechnologie: EU-Projekt FIBLYS startet am IPHT Jena

15.10.2008
Strukturierung und Manipulation auf der Nanoskala, eine gleichzeitige Beobachtung der Prozesse und eine sofortige Analytik - das sind Möglichkeiten, von denen die Nanotechnologie heute nur träumen kann.

Im EU-Projekt FIBLYS soll ein "Multi-Nano-Werkzeug" hergestellt werden, das all das ermöglicht. Heute treffen sich 18 Wissenschaftler am Jenaer Institut für Photonische Technologien (IPHT) zur offiziellen Auftaktveranstaltung.

PD Dr. Silke Christiansen, Arbeitsgruppenleiterin in der Abteilung Photonisches Silicium am IPHT, koordiniert das Vorhaben, an dem sieben Partner aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Frankreich beteiligt sind. Das Verbundprojekt hat insgesamt ein Volumen von 4,5 Mio. € und wird von der Europäischen Union mit 3,4 Mio. € gefördert.

Das neue "Multi-Nano-Werkzeug" arbeitet auf Basis eines Rasterelektronenmikroskopes mit integriertem fokussierten Ionenstrahl (bekannt als 'Dual-Beam-Focussed Ion Beam', kurz FIB) zur Materialbearbeitung und -Analyse, dem einige zusätzliche Nano-Manipulations-Funktionen und Analysevorrichtungen 'gespendet' werden, darunter eine 3D-Nano-Positioniereinheit, ein integriertes Raster-Kraftmikroskop, ein Massenspektrometer und Detektoren. Diese dienen unter anderem zur Analyse der Materialzusammensetzung und der Kristallstruktur (Orientierung der Kristallite).

"Mit einem tomographischen Ansatz werden wir Stück für Stück mit dem FIB Material abtragen, mit den Analysevorrichtungen untersuchen und schließlich durch eine entsprechende Datenverarbeitung eine dreidimensionale Darstellung der analysierten Eigenschaften erlangen", beschreibt Silke Christiansen den Arbeitsablauf. "Der FIB wird dabei mit Goldionen betrieben, ein Novum für das Schreiben kleinster Goldstrukturen, wie sie in dem gerade erst erwachsenden Feld moderner Photonik vielfältigen Einsatz finden." Mit dem neuen Multi-Werkzeug können in Zukunft auch optische Materialien hergestellt und charakterisiert werden. "Damit haben ein universelles Tool für die Entwicklung innovativer optischer Komponenten für die photonische Instrumentierung", begrüßt Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des IPHT, die neue Arbeitsrichtung an seinem Institut.

Ein flexibles, hochintegriertes Instrument für neue Anwendungen in den Nano-Wissenschaften und der Nano-Technologie, wie es das FIBLYS -Tool darstellen wird, fehlt bisher. "Bisher wird ein derartiges 'Multi-Nano-Tool' von den drei großen, marktbeherrschenden Herstellern von Elektronenmikoskopen mit Integriertem fokussierten Ionenstrahl nicht angeboten", betont Christiansen. Am Ende des Projektes FIBLYS soll nach Vorstellung der beteiligten Wissenschaftler aus Industrie und Forschung der Prototyp eines 'Multi-Nano-Tools' stehen, das den verschiedensten Anwendungen, sei es in der Festkörperforschung aber auch in den Lebenswissenschaften, bisher unbegehbare Wege ebnet und von den beteiligten Firmen als Gemeinschaftsprodukt vermarktet wird.

FIBLYS gehört zu den vier Projekten, die im Rahmen der Ausschreibung "Equipment and methods for nanotechnology" des 7.ten europäischen Forschungsrahmenprogramm aus 182 Anträgen ausgewählt wurden, und ist nach S-PULSE, High-EF und Photonics4Life das vierte EU-Projekt, das am IPHT koordiniert wird.

Der vollständige Titel des Projektes lautet:
Building an Analyzing Focused Ion Beam for Nanotechnology
Beteiligte Partner:
* Institut für Photonische Technologien ( IPHT), Deutschland
* TESCAN s.r.o, Tschechien
* TOFWERK AG, Schweiz
* SmarAct GmBH, Deutschland
* Universität Oldenburg, Abteilung Microrobotics and Control Engineering, Deutschland
* Swiss Federal Laboratories for Materials Testing and Research, Schweiz
* Universität Reims, Laboratoire deMicroscopies et d'Etude de Nanostructures, Frankreich
Ihre Ansprechpartnerin:
PD. Dr. Silke Christiansen
Arbeitsgruppenleiterin
Telefon +49 (0) 3641/ 206 423
Mobil: 0179/ 689 41 82
Telefax +49 (0) 3641/ 206 499
silke.christiansen@ipht-jena.de

Susanne Liedtke | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de
http://www.fiblys.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Laser-Metronom ermöglicht Rekord-Synchronisation
12.01.2017 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie