Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Monsterwellen in der Optik

12.10.2010
Australischer Optik-Experte forscht derzeit mit Humboldt-Stipendium an der Universität Jena

Bis vor wenigen Jahren galten sie als pures Seemannsgarn: „Monsterwellen“ auf offener See, groß wie Hochhäuser und von solcher Naturgewalt, dass sie selbst die größten Ozeanriesen zerstören können.

Inzwischen gilt ihre Existenz als wissenschaftlich gesichert und – so wissen Forscher heute – Monsterwellen gibt es nicht nur auf dem Meer. „Auch in der Optik finden wir derartige Wellen“, sagt Prof. Dr. Nail Akhmediev. Der Optik-Experte von der Australian National University in Canberra ist kürzlich mit einem der renommierten Forschungspreise der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden und hat die Friedrich-Schiller-Universität Jena als erste Station seines zwölfmonatigen Forschungsaufenthalts in Deutschland ausgewählt.

Bis Ende Oktober wird der Physiker hier gemeinsam mit Fachkollegen am Institut für Festkörpertheorie und -optik den theoretischen Grundlagen von Monsterwellen nachgehen.

„Monsterwellen entstehen aufgrund hochkomplexer nichtlinearer Effekte“, weiß der australische Forscher. Erst in letzter Zeit seien experimentelle Messungen an diesen Phänomenen möglich geworden. „Dennoch birgt ihre Entstehung noch viele Geheimnisse.“ Einige dieser Geheimnisse zu lüften, das hat sich Prof. Akhmediev für die kommenden Wochen an der Uni Jena vorgenommen. „Die Lichtausbreitung in optischen Fasern folgt ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie die Ausbreitung der Wasserwellen im Ozean“, sagt Akhmedievs Jenaer Gastgeber Prof. Dr. Falk Lederer. Er leitet die Arbeitsgruppe Photonik an der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Universität Jena und hat Akhmediev gemeinsam mit seinem Bayreuther Kollegen Prof. Dr. Helmut Brand für den Forschungspreis nominiert.

Die Jenaer Physiker und ihr australischer Gast planen, die theoretischen Modelle von optischen und Wasserwellen einander soweit anzunähern, dass zum Beispiel experimentelle Untersuchungen in optischen Fasern Hinweise auf die Entstehung und die Eigenschaften der Monsterwellen im Meer geben können. „Damit könnten die für die Seefahrt so gefährlichen Erscheinungen systematisch im Labor untersucht werden, ohne Gefahr für Leib und Leben der Mannschaften von Forschungsschiffen“, unterstreicht Prof. Lederer. „Unsere Ergebnisse könnten sich später auch auf andere extreme Erscheinungen in Natur und Gesellschaft anwenden lassen“, ergänzt Prof. Akhmediev und nennt etwa die Entstehung von Finanzkrisen und Massenpaniken.

Prof. Akhmediev arbeitet seit 1991 im Institut of Advanced Studies der Research School of Physics and Engineering an der Australian National University. „Die Physik verdankt ihm wegweisende Beiträge zur Theorie der optischen Solitonen und nichtlinearen Prozesse in optischen Faserlasern“, würdigt Prof. Lederer den Gastwissenschaftler, mit dem die Jenaer Forscher bereits seit Beginn der 1990er Jahre regelmäßig zusammenarbeiten.

Kontakt:
Prof. Dr. Nail Akhmediev, Prof. Dr. Falk Lederer
Institut für Festkörpertheorie und -optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Max-Wien-Platz 1
07743 Jena
Tel.: 03641 / 947170
E-Mail: nna124[at]rsphysse.anu.edu.au, falk.lederer[at]uni-jena.de

Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Festkörpertheorie Lichtausbreitung Monsterwelle Optik Physik Wasserwelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen