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Am Mars blitzt es

02.07.2009
Elektrische Entladungen während eines Sandsturms beobachtet

Keine Regenfälle, jedoch Blitze scheint es auf dem Mars zu geben. Das berichten Wissenschaftler der Universität Michigan in der Zeitschrift Geophysical Research Letters.

Ihre Analyse von drei Jahre alten Messdaten kam zum Schluss, dass es auf dem roten Planeten elektrische Entladungen gibt, die wahrscheinlich von einem Sandsturm ausgelöst wurden und nicht auf thermische Strahlen zurückzuführen sind. Bestätigt sich die Blitz-Theorie, hätte dies hohe Auswirkungen auf die Marserforschung.

Die Atmosphärenforscher machten sich eine neuartige Mikrowellenantenne zunutze, die zwischen thermaler und nicht-thermaler Strahlung unterscheiden kann. So konnten Mikrowellenemissionen vom Mars an zwölf Tagen in der Zeit zwischen 22. Mai und 16. Juni 2006 beobachtet werden. Am 8. Juni verzeichneten die Forscher ein ungewöhnliches Muster nicht-thermischer Strahlung und zugleich einen intensiven Staubsturm. Nicht-thermische Strahlung wären Hinweise auf Blitze. Um die Stärke, Dauer und Häufigkeit dieser Strahlungsaktivitäten festzustellen, wurden die Daten eingehend überprüft, doch alle denkbaren Alternativen konnten ausgeschlossen werden. "Die Blitze waren trockene Blitze, die ohne Regenfälle ausgelöst werden", so der Atmosphärenforscher Chris Ruf.

Das bestätigt Ergebnisse der US-Raumsonden Viking 1 und 2, die 1976 am Mars gelandet waren und erstmals Bilder von der Oberfläche unseres Nachbarplaneten geliefert hatten. Damals erhobene Daten zeigten bereits die Möglichkeit, dass die Staubstürme am Mars so wie Gewitter auf der Erde elektrische Ladungen freisetzen und dadurch zur Quelle reaktiver chemischer Prozesse werden. Mangels weiterer Hinweise blieb es damals bei der Hypothese. 2006 widerlegte ein theoretisches Modell die Überlegung, für die es nun jedoch eine Bestätigung zu geben scheint.

Gibt es am Mars tatsächlich Blitze, so hätte das laut Ansicht der Forscher bedeutende Folgen für die Marsforschung. "Beeinflussen würde dies die atmosphärische Chemie, die Überlegungen zur Bewohnbarkeit des Planeten wie auch die Maßnahmen zur Vorbereitung für den bemannten Marsbesuch. Auswirkungen wären auch auf den Ursprung des Lebens denkbar", so der Atmosphärenforscher Nilton Renno von der Universität Michigan.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu

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