Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz erobert das Weltall

18.10.2010
Autonome Systeme erledigen Aufgaben ohne menschlichen Beistand

Der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) kommt für die Erkundung des Universums eine zunehmende Bedeutung zu.

Obwohl schon heute keine Mission, die der Mensch unternimmt, um in die unendlichen Weiten des Alls vorzustoßen, gänzlich ohne entsprechende Software-Unterstützung auskommt, wird sich das Aufgabengebiet der "künstlichen Gehirne" in Zukunft noch deutlich ausweiten. Sowohl die US-amerikanische Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde NASA als auch die Europäische Weltraumorganisation ESA arbeiten mit Hochdruck an intelligenten Systemen, die ihre Aufgaben völlig autonom ohne menschlichen Beistand erledigen können.

"Die Installation von höherentwickelten KI-Routinen an Bord von Satelliten und Rover-Erkundungsgefährten wird es uns erlauben, Arbeiten durchzuführen, die heute ganz und gar unmöglich sind", stellt Alessandro Donati, Chef der Abteilung Advanced Mission Concepts and Technologies des ESA Space Operations Centre in Darmstadt, gegenüber dem Tech-Portal silicon.com klar. Von der autonomen Steuerung erdnaher Satelliten, die im Fall von Umweltkatastrophen selbständig reagieren, um schnellstmöglich hilfreiche Daten zu liefern bis hin zu Entdeckungsmissionen auf fremden Planten sei dabei alles denkbar.

Selbständiges Reagieren

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, ist allerdings noch einiges an Entwicklungsarbeit notwendig. Ein Hauptproblem in diesem Zusammenhang besteht vor allem darin, dass die KI-Software fähig sein muss, bei unvorhergesehenen Ereignissen und Schwierigkeiten ihre Arbeitsabläufe in Eigenregie auf die aktuelle Situation anzupassen. "Dieser Punkt ist ein enorm wichtiger Baustein in Richtung eines Autonomieprozesses", betont Donati.

"Ich sehe das genauso. Hier geht es darum, eine sogenannte 'Situational Awareness' herzustellen", bestätigt Carsten Preusche vom Institute of Robotics and Mechatronics http://www.robotic.dlr.de des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), auf Nachfrage von pressetext. Zurzeit gebe es eine sehr umfangreiche Forschung in diesem Bereich. "Ein einheitliches Erfolgskonzept fehlt aber bislang. Es gibt sehr viele unterschiedliche Ansätze und offene Fragen", so Peusche.

Premiere bei einer der nächsten Missionen

Auch bei der ESA ist man sich offenbar bewusst, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis tatsächlich vollautonome Systeme ins Weltall geschickt werden können, die intelligent über die eigenen Arbeitsabläufe bestimmen. Wie Donati verrät, könnten aber bereits bei einer der nächsten Satellitenmissionen Vorläufer derartiger KI-Technologien zum Einsatz kommen. Wann und wie genau die Premiere erfolgen soll, steht bislang aber noch nicht fest.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.nasa.gov
http://www.esa.int

Weitere Berichte zu: Arbeitsablauf Beistand ESA Intelligenz Künstlich Luft- und Raumfahrt Satellit Weltall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Erforschung von Elementarteilchen in Materialien
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

nachricht Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau