Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knapp 5 Millionen Euro für Hochpräzisions-Experimente mit ultrakalten Neutronen

06.05.2013
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert erneut den Aufbau der Hochpräzisions-Experimente mit ultrakalten Neutronen an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in Garching.
Für die Messung des elektrischen Dipolmoments des Neutrons erhalten die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Peter Fierlinger am Exzellenzcluster Universe der TU München und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt Berlin gemeinsam 3,45 Millionen Euro. Weitere 1,25 Millionen Euro stellt die DFG für die Messung der Lebensdauer des Neutrons durch die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Stephan Paul von der TU München bereit, der auch Leiter des Schwerpunktprogramms „Präzisionsexperimente zur Teilchen- und Astrophysik mit kalten und ultrakalten Neutronen“ ist, in dessen Rahmen die Vorhaben finanziert werden.

Für beide Hochpräzisions-Experimente werden extrem langsame, so genannte ultrakalte Neutronen (UCN) benötigt. Die derzeit an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) sich in der Errichtung befindliche UCN-Quelle wird eine um bis zu tausendmal höhere Dichte dieser Teilchen am Experiment ermöglichen und damit die stärkste Quelle ultrakalter Neutronen der Welt sein.

Ein kleines aber messbares elektrische Dipolmoment des Neutrons würde unter anderem eine Erklärung dafür liefern, warum nach dem Urknall so viel mehr Materie als Antimaterie hervorgegangen ist - warum also das uns bekannte Universum überhaupt entstehen konnte. Um eine hundertmal genauere Messung als bisher möglich zu realisieren, wird dazu im Rahmen einer internationalen Kollaboration aus Experten unterschiedlicher Disziplinen am FRM II ein weltweit einzigartiges Experiment aufgebaut. Hier soll, analog zum Large Hadron Collider (LHC) am CERN, die Physik jenseits des Standardmodells der Teilchenphysik getestet werden, jedoch mit komplementären Ansätzen.

Die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Stephan Paul wird mit Hilfe ultrakalter Neutronen die Lebensdauer des Neutrons mit bisher nicht erreichter Genauigkeit neu bestimmen. Freie Neutronen zerfallen nach knapp 15 Minuten, allerdings ist dieser Wert bisher vergleichsweise ungenau bekannt. Eine präzise Kenntnis der Lebensdauer des Neutrons ist für Teilchenphysiker im Zusammenhang mit dem Standardmodell von großer Bedeutung und spielt auch beim Verständnis der Elemententstehung im frühen Universum eine große Rolle.

„Hochpräzisions-Experimente mit ultrakalten Neutronen bilden einen wichtigen Forschungszweig, der die Beschleunigerexperimente ergänzt“, sagt Prof. Dr. Stephan Paul. „Diese Unterstützung durch die DFG ist ein Zeichen der hervorragenden Forschungsförderung in Deutschland.“ Die Fördermittel werden zur Entwicklung neuartiger Messapparaturen sowie zur Unterstützung junger Wissenschaftler verwendet.

Petra Riedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.universe-cluster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Moleküle brillant beleuchtet
23.04.2018 | Max-Planck-Institut für Quantenoptik

nachricht Wie zerfallen kleinste Bleiteilchen?
23.04.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics