Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kältester, trockenster und ruhigster Ort bestimmt

01.09.2009
Antarktis als zukünftiges Paradies für Sternenbeobachtung

Auf der Suche nach dem besten Ort der Welt für die Sternenbeobachtung haben Forscher aus den USA und Australien einen Punkt auf der Antarktis ausgemacht.

Der Ort mit den Koordinaten 81,5 Grad südlich und 73,5 Grad östlich ist kälter, trockener und ruhiger als alle anderen Gebiete der Erde, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Publications of the Astronomical Society". Um zu diesem Ergebnis zu kommen, verglichen sie die Daten von Satelliten, Bodenstationen und Klimamodellen zu Wolkenbedeckung, Temperatur, Helligkeit des Himmels, Wasserdampf, Windgeschwindigkeiten und atmosphärische Turbulenzen.

Der neu gefundene Ort, den die Wissenschaftler "Ridge A" nannten, liegt 4.053 Meter über dem Meer. Er hat im Winter eine durchschnittliche Temperatur von minus 70 Grad bekam bisher noch keinen Menschen zu Gesicht. Ein idealer Ort für die Astronomie, wie Forschungsleiter Will Saunders von der University of New South Wales verdeutlicht. "Der Himmel ist hier viel dunkler und trockener als anderswo. Astronomische Bilder, die auf Ridge A aufgenommen werden, sollten daher bis zu dreimal schärfer sein als bei den bisher besten Standorten der Himmelsbeobachtung. Das bedeutet, dass man schon mit einem mittelgroßen Teleskop so gute Ergebnisse erbringen könnte wie mit dem größten Teleskop, das sonst wo auf dem Planeten steht", so der australische Astronom.

"Die Qualität der Sternenbeobachtung hängt in hohem Ausmaß vom geografischen Standort des Observatoriums ab", erklärt Roland Jesseit, Wissenschaftler an der Universitäts-Sternwarte München http://www.usm.uni-muenchen.de im pressetext-Interview. Günstig sei einerseits ein möglichst entlegener Ort, an dem die Lichtverschmutzung durch die künstliche Beleuchtung gering sei. Das Wetter spiele weiters eine Rolle, da mit der Anzahl der unbedeckten Tage auch die Beobachtungszeit steigt. "Hier zeigt sich jedoch auch ein Nachteil der Antarktis als Beobachtungsort. Man kann nur in den Wintermonaten mit optischen Teleskopen beobachten, da es im Sommer ständig Sonne gibt", so Jesseit.

Wichtig sei auch ein Faktor der Sternenbeobachtung, der als 'Seeing' bezeichnet wird. "Der Brechungseffekt der Atmosphäre, die sich durch Unregelmäßigkeiten der Temperaturen ihrer Schichten sowie durch Turbulenzen ergibt, führt zu einem verschmierten Sternenlicht. Diesen Faktor kann man durch die Wahl des Beobachtungsortes besonders gut beeinflussen." Feuchte Orte führen zu einem schlechten Seeing, wohingegen Gebiete mit extremer Trockenheit als gute Standorte für Sternenbeobachtung gelten. "Der bisher beste Ort ist die Atacama-Wüste in Chile, die aufgrund ihrer hohen Lage wenig Luftmasse hat und extrem trocken ist", erklärt Jesseit.

Das beste Seeing erzielt man bisher im Weltraum, wie etwa durch das 1990 gestartete und soeben reparierte Weltraumteleskop "Hubble". "Man vermutet, dass in der Antarktis mit deutlich geringerem logistischen Aufwand annähernd gute Ergebnisse erbracht werden können. Der Aufwand zahlt sich also aus", so der Münchner Astronom.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.unsw.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz
20.11.2017 | Universität Bielefeld

nachricht cw-Wert wie ein Lkw: FH Aachen testet Weihnachtsbaum im Windkanal
20.11.2017 | FH Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Klein aber Fein: Das Designhaus "Frankel" aus England

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme

20.11.2017 | Maschinenbau

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz

20.11.2017 | Physik Astronomie